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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Manipulation der Warteliste für Spenderorgane Harte Sanktionen PETER STUCKHARD

Bielefeld (ots) - Man reibt sich verwundert die Augen: Offenbar ist der drei Jahre alte Skandal um die Versuche, Patienten auf den Wartelisten für Spenderorgane nach oben zu hieven, noch immer nicht ausgestanden. Es gibt weiteren Aufklärungsbedarf. Die Dimension dessen, was die Uniklinik Heidelberg jetzt eingestanden hat, ist erschreckend: Da wurden nicht nur Akten frisiert, sondern Patienten herzstärkende Medikamente bewusst vorenthalten, um sie kränker und transplantationsbedürftiger zu machen. Die Versuchung ist groß, den so handelnden Ärzten kriminelle Energie zu bescheinigen. Schließt man das Allerweltsmotiv Geldgier aus, wird es komplizierter. War womöglich der Arzt derartig vom Wunsch beseelt, dem Patienten helfen zu wollen, dass er dafür Nachteile für andere Patienten in Kauf genommen hat? Darf im Sinne des Hippokrates das Wohl des eigenen Patienten das höchste Gesetz des Arztes auch dann sein, wenn er anderen damit Schaden zufügt? Nein, da ist die Grenze zum Verwerflichen überschritten. Für die Justiz, das zeigt ein Freispruch in einem Fall in Göttingen, ist das schwer zu fassen. Deshalb liegt Ärztechef Windhorst mit der Forderung nach mehr berufspolitischem Mut richtig: Es ist Sache der Ärzteschaft, im Zweifel harte Sanktionen zu verhängen.

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