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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Brandzeichen und Chip-Pflicht bei Pferden Schmerzfreie Alternativen suchen Carolin Nieder-Entgelmeier

Bielefeld (ots) - Immer dann, wenn Tiere im Spiel sind, arten sachliche Diskussionen in emotionale Grundsatzentscheidungen aus. Das gilt auch für die Debatte um die Kennzeichnung von Pferden. Die jahrhundertealte Tradition des Schenkelbrands steht der seit 2009 geltenden Chip-Pflicht gegenüber. Viele Zuchtverbände, Pferdehalter und Veterinäre gehen davon aus, dass Brandzeichen lediglich einen kurzen Schmerz verursachen. Mikrochips können hingegen auch nach der Kennzeichnung noch Schmerzen durch Entzündungen oder andere Folgen der Injektion verursachen. Kritiker der Brandzeichen glauben, dass heiße Eisen auf der Haut stärkere Schmerzen verursachen als die schnelle Injektion eines reiskorngroßen Mikrochips. Sicher ist nur: Was in einem gebrandmarkten Tier vorgeht, weiß niemand. Das gilt für Befürworter der Brandzeichen ebenso wie für die Gegner. Sicher ist auch, dass beide Prozeduren nicht optimal sind. Da aber bereits eine europaweite Chip-Pflicht besteht, sind Brandzeichen, zumindest für die Kennzeichnung der Pferde, überflüssig. Wegen der Kennzeichnungspflicht müssen Pferde Schmerzen erleiden. Ein unlösbares Dilemma? Nein, wenn Veterinäre, Pferdehalter, Zuchtverbände und Tierschützer die Energie, die sie in die emotionale Debatte stecken, in die Entwicklung einer schmerzfreien Alternative investieren.

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