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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Deutschland und Israel Einseitiges Staunen Alexandra Jacobson, Berlin

Bielefeld (ots) - Wer weiß heute noch, dass die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland vor 50 Jahren in Israel wütende Proteste nach sich zog? Tausende Israelis demonstrierten damals gegen die Entscheidung ihrer Regierung, unter ihnen auch der gerade als Gast in Deutschland weilende Reuven Rivlin, heute Staatspräsident. Unerhört erschien vielen im jüdischen Staat die Vorstellung, mit dem Land offiziell Kontakt zu pflegen, das für den Holocaust verantwortlich war. Die Aussöhnung zwischen Deutschland und Israel ist ein Wunder. Ein Wunder hat viel mit Staunen zu tun, aber momentan ist das Staunen leider eine ziemlich einseitige Angelegenheit. Viel mehr Israelis reisen nach Deutschland als Deutsche nach Israel. Die Neugier der sonst so reiselustigen Deutschen auf den jüdischen Staat hält sich in Grenzen. Die Reisetätigkeit nimmt ab. Dafür wachsen wieder die Vorurteile. Zwei Drittel der Israelis mögen Deutschland, aber die Liebe wird kaum erwidert. Fast die Hälfte der Deutschen denkt negativ von Israel. Es gibt vorgefestigte Meinungen, einseitige Parteinahmen und Stimmungsmache. Doch SchwarzWeiß-Denken wird der Komplexität des Nahostkonflikts ebenso wenig gerecht wie der Komplexität des Landes Israel. Es wäre schön, wenn wieder mehr Deutsche den Wunsch verspüren würden, sich ein eigenes Bild zu machen.

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