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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Neues System für Zuzahlungen zu Pflege Auf Dauer besser zu verkraften Martin Fröhlich

Bielefeld (ots) - Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung will nicht nur die Pflegestufen reformieren und feiner definieren - aus drei werden fünf -, sondern er will auch an das System der Zuzahlungen heran. Und tatsächlich: Laumann begegnet damit einem latenten Widerspruch. Während Familien, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, zumindest finanziell von einer höheren Pflegestufe profitieren, bedeutet sie für die Kinder von Heimbewohnern meist das Gegenteil. Spätestens bei Pflegestufe drei stößt manche Familie an ihre Belastungsgrenze. Zwar gibt es den monatlichen Selbstbehalt von 1.400 Euro pro Person sowie etliche abzugsfähige Kosten wie Kreditzinsen, Mieten und anderes. Doch viele Haushalte ächzen angesichts der Kosten, die oft über Jahre hinweg zu zahlen sind. In einigen Fällen trifft es Familien mit Kindern, die jeden Euro selbst brauchten. Auf der anderen Seite können die Pflegekassen offensichtlich die gesamten Kosten nicht allein tragen. Oder aber sie müssten den Beitragssatz für alle extrem erhöhen. Laumanns Idee, die Zuzahlungen zu vereinheitlichen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Möglicherweise selbst dann, wenn künftig beim ersten Pflegegrad mehr zugezahlt werden muss, damit es beim höchsten am Ende weniger ist. Eine gleichbleibende, aber in der Spitze niedrigere Belastung der Familienkassen könnte besser zu verkraften sein.

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