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Neue Westfälische (Bielefeld): Palliativgesetz Signal für Humanität am Lebensende PETER STUCKHARD

Bielefeld (ots) - Das Ende des menschlichen Lebens kann unterschiedlich ausfallen. Der Herztod kommt plötzlich und ist für den Betroffenen eher gnädig. Völlig anders ist es, wenn ein Mensch unter einer unheilbaren Krankheit leidet, die zudem seine Lebenszeit begrenzt. Zum Beispiel dann, wenn der Mensch an Krebs leidet. Diese Krankheit ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Dann ist das letzte Stück des Lebensweges oft genug ein Leidensweg. Manchmal ein schwerer, manchmal sogar so furchtbar, dass die Patienten vor Verzweiflung ihrem Leben selbst ein Ende setzen wollen. Die moderne Medizin bemüht sich in erster Linie um Heilung. Selbst wenn kaum noch Aussichten bestehen. Ärztinnen und Ärzte wollen helfen, es fällt ihnen schwer aufzugeben. So bewirbt die Pharmaindustrie ein neues Krebsmedikament damit, dass es die Überlebenszeit eines Kranken um durchschnittlich dreißig Tage verlängere. Doch oft genug kommt unausweichlich der Punkt, an dem die kurative Medizin am Ende ihrer Möglichkeiten ist. Nicht aber die ärztliche Kunst. Jetzt schlägt die Stunde der Palliativmedizin, die nicht den Anspruch auf Heilung erhebt, sondern den Patienten mit einem schützenden Mantel umgeben, Schmerzen lindern und sogar trösten will. Heute hat jedes Krankenhaus, das auf sich hält und es sich leisten kann, eine Palliativstation. Doch die meisten Menschen wollen in Würde zu Hause sterben. Die gute Nachricht: In der Region kann dieser Wunsch in vielen Fällen erfüllt werden. Dank des Engagements der Palliativnetze in Bielefeld, Herford oder Paderborn, der Hospizbewegung und mancher Krankenkassen. Es gibt in OWL die "Hilfe durch Begleitung, nicht durch die Spritze", wie sie Ärztechef Theodor Windhorst fordert. Ob die zusätzlichen 200 Millionen Euro für die Palliativversorgung ausreichen, ist zunächst zweitrangig. Wichtiger ist: Das geplante Gesetz setzt ein Signal für eine humane Versorgung am Lebensende.

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