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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Europaweiter Blitzmarathon PR-Aktion reicht nicht Dirk-Ulrich Brüggemann

Bielefeld (ots) - Zu schnelles Fahren tötet. Wer kennt sie nicht, die Hinweistafeln an Autobahnen und Bundesstraßen? Eindringlich warnen die Plakate vor der Unfallursache Nummer eins, dem Rasen. Doch mal ehrlich: Nehmen wir Autofahrer diese gerechtfertigten Hinweise wirklich immer ernst? Jeder von uns wird zugeben müssen, ein Geschwindigkeitsschild im bunten bundesdeutschen Schilderwald schon mal übersehen zu haben. Da hilft auch die eindrucksvoll mahnende Tafel nicht. Und schon gar nicht an einer Stelle, die wir tagtäglich passieren müssen. NRW-Innenminister Ralf Jäger hat zum wiederholten Male sich auf die Fahnen geschrieben, der nicht angepassten Geschwindigkeit den Kampf anzusagen. Doch viel mehr als eine PR-Aktion für nette Pressefotos ist der Blitzmarathon nicht. Gerechtfertigte Kritik hagelt es von allen Seiten. Da hilft es auch nicht, dass sich jetzt neben Deutschland auch noch 21 andere europäische Länder an den Kontrollen beteiligen. Auch in der Bevölkerung scheint das Interesse am Blitzmarathon abzuebben. Wie sonst lassen sich die geringen Teilnehmerzahlen am Online-Voting zu den geplanten Messstellen der Polizei erklären? In der 300.000-Einwohner-Stadt Bielefeld haben sich gerade mal 343 Bürger an der Internetumfrage der Polizeibehörde beteiligt. Ein schwaches Bild. Um die Unfallursache Nummer eins, die nicht angepasste Geschwindigkeit, wirkungsvoll in den Griff zu bekommen, bedarf es deutlich mehr, als zweimal im Jahr alle Radargeräte zeitgleich aufzubauen und für 24 Stunden auf Knöllchenjagd zu gehen. Vielmehr sollten die Politiker aller Fraktionen überlegen, ob ein generelles Tempolimit auch auf Autobahnen eine Lösung sein könnte. Dieses muss dann auch effektiv überwacht werden. Aber nicht nur punktuell mit einzelnen Starenkästen. "Section Control" heißt das bereits in einigen europäischen Nachbarländern erfolgreich eingesetzte Messverfahren, mit dem über einen teilweise kilometerlangen Weg die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt und festgehalten wird. Wer hier zu schnell ist, muss halt zahlen. Und es gibt Nachbarländer, in denen sind die Geldbußen deutlich empfindlicher als in Deutschland.

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