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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Armutsbekämpfung in Nordrhein-Westfalen Vages Versprechen FLORIAN PFITZNER, DÜSSELDORF

Bielefeld (ots) - Mit seinen Ergebnissen zur jüngsten Armutsentwicklung dürfte der Paritätische Wohlfahrtsverband kaum jemanden überrascht haben. Fast 40 Prozent der alleinerziehenden Eltern in Deutschland sind relativ einkommensarm, meldete vor Jahresfrist schon das IW Köln, ein den Arbeitgebern nahestehendes Wirtschaftsforschungsinstitut. Überdies klingen Meldungen im Ohr, wonach immer mehr Menschen im Rentenalter auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Zahlreiche Frauen mittleren Alters, auch das hat sich herumgesprochen, droht Altersarmut. Bereits heute sind Hunderttausende Frauen im Alter von über 65 Jahren auf 391 Euro im Monat angewiesen. Trotzdem muss das beschämende Resultat der Analyse all jene betrüben, die es mit der Gerechtigkeit ernst meinen in diesem Land. Denn inzwischen hat sich die steigende Armut anscheinend vollends losgelöst von der wirtschaftlichen Entwicklung. So hat die relative Not nicht nur im Krisenjahr 2009 zugenommen, sondern auch in nachfolgenden Jahren des ökonomischen Wachstums. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihre rot-grüne Landesregierung haben der Armut in NRW mehrfach den Kampf angesagt. Konzepte zur Schulsozialarbeit oder dem Sozialticket sind bisher jedoch wenig erfolgreich. Präventive Politik verfolgt einen edlen Ansatz. Ihre Rendite bleibt indes nur ein vages Versprechen.

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