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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Folgen des Anschlags von Paris Es gibt Hoffnung CARSTEN HEIL

Bielefeld (ots) - So grausam der Überfall in Paris am Mittwoch war, er scheint am Tag danach in weiten Teilen Europas das Gegenteil seines eigentlichen Zieles zu bewirken. Die Verbrecher wollten Hass und Zwietracht säen. Sie ernten Solidarität, Zusammenhalt und ernsthafte friedliche intellektuelle Auseinandersetzungen. Die Menschen in ganz Europa solidarisieren sich mit den Opfern, sie stehen ein für Pressefreiheit, und - besonders wichtig - sie verdammen nicht pauschal den Islam und dessen Anhänger. Alle vernünftigen Kräfte unterscheiden zwischen den Tätern und der Religion, in dessen Namen sie angeblich mordeten. Die Täter haben mit dem muslimischen Glauben nichts zu tun. Zum gegenseitigen Verständnis tragen in diesen Tagen die sehr klaren, schnellen und klugen Äußerungen der Muslime und ihrer Gemeinden bei. Ob in Paris, London oder Ostwestfalen-Lippe - überall stellen Würdenträger des Islams und ganz normale Gläubige klar, wie sehr sie die böse Tat verurteilen. So schnell geschah das bei ähnlichen Gelegenheiten in der Vergangenheit oft nicht. Im Gegenzug informieren sich Nichtmuslime zunehmend über den Islam und diskutieren darüber. Denn nur wer von Andersgläubigen etwas weiß, kann ihnen vernünftig begegnen und sich ein sachliches Urteil erlauben. Wie nötig die Beschäftigung miteinander ist, zeigt der Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung. Die Lage ist brenzlig. Die Angst vor dem Islam nimmt zu. Vor allem dort, wo die Menschen wenig Kontakt zu Muslimen haben und wenig von ihnen wissen. Im Osten der Republik haben mehr Menschen Angst vor dem Islam als beispielsweise in Nordrhein-Westfalen. In NRW leben aber sehr viel mehr Muslime als zwischen Rostock und Dresden. Die Reaktion der aufgeklärten westlichen Gesellschaften auf den Überfall auf die Pariser Redaktion macht Hoffnung. Und sie macht deutlich, dass der radikale Islamismus auf viele Arten bekämpft werden kann, nicht nur mit polizeilichen und juristischen Mitteln.

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