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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Sterbehilfedebatte im Bundestag Ein besonderes Ereignis Alexandra Jacobson, Berlin

Bielefeld (ots) - Es war ein gelungener Auftakt zur Sterbehilfedebatte: Gerade die vielen persönlichen Bekenntnisse der Abgeordneten und die Bündnisse unabhängig von der jeweiligen Fraktionszugehörigkeit machten aus diesem Vormittag ein ganz besonderes Ereignis im Bundestag. Es ist eine jener Debatten, wo es keine unumstößlichen Wahrheiten gibt, wo die Erlebnisse jedes Einzelnen, aber auch Glaubensfragen eine Rolle spielen. Trotz aller Differenzen zeichnet sich bereits ab, dass die Mehrheit der Abgeordneten kommerzielle Sterbehilfevereine verbieten will. Begründet wurde das vor allem mit dem Unbehagen, dass hier etwas in die falsche Richtung läuft. Natürlich dürfen Menschen am Ende ihres Lebens niemals das Gefühl haben, zum Freitod gedrängt zu werden. Das wäre wirklich furchtbar. Wenn man allerdings Sterbehilfevereine verbietet und gleichzeitig die rechtliche Lage der Ärzte so unsicher lässt, wie sie heute ist, läuft man Gefahr, Türen für ein selbstbestimmtes Ende zu verriegeln. Die Lebenserfahrung spricht dafür, dass dann etwa der Sterbehilfetourismus in die Schweiz zunehmen dürfte. Ganz sicher lässt sich derzeit aber nur sagen, dass ein Ausbau der Palliativmedizin und der Hospizbewegung dringend erforderlich ist. Die Wartelisten für Hospize sind sehr lang. Zum Glück sind sich alle Fraktionen dieses Problems bewusst.

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