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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: AfD-Erfolg Etabliert CARSTEN HEIL

Bielefeld (ots) - Die AfD ist im Parteienspektrum Deutschlands angekommen. Sie hat in zwei Bundesländern aus dem Nichts ein zweistelliges Wahlergebnis erzielt. Anders als viele ihrer zwischenzeitlich erfolgreichen Vorgänger von "Statt Partei" über Schill bis zu den Piraten, denen das Scheitern schon in den Anfängen vorherzusagen war, ist die Alternative für Deutschland für CDU, SPD & Co. eine ernstzunehmende Gefahr. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Personal und Themen. Es herrscht eine anhaltende Unzufriedenheit mit den die Politik bestimmenden Parteien. Davon profitierten Piraten und Schill seinerzeit auch. Die AfD aber hat im Unterschied zu den Genannten erstens die richtigen konkreten Themen, die die Menschen bewegen. Und zweitens hat sie das politische und intellektuelle Personal, dem die Wählerinnen und Wähler zutrauen, das Versprochene auch umzusetzen. Der Vorsitzende Bernd Lucke äußert sich in der Öffentlichkeit verständlich, provoziert keine Skandale und lebt die Werte, die er predigt. Alexander Gauland ist ein durchaus angesehener konservativer Publizist. Hans-Olaf Henkel und andere sind bekannt und gelten zwar als eitel, aber vielen auch als seriös. Keinem von ihnen kann man einen durchgeknallten Ego-Trip vorwerfen, wie das bei Ronald Schill der Fall war. Zwar sind die AfD-internen Debatten und das Personal in den hinteren Reihen ähnlich schwierig wie bei den Piraten, aber dennoch nicht ganz so chaotisch. Und dann hat die AfD die Themen, die die Menschen umtreiben: Europaskepsis, Konservativismus - von der Union sträflich vernachlässigt -, innere Sicherheit, Kritik an Mi-gration und Asyl. Damit trifft sie die Einstellung vieler Menschen, und zwar aus fast allen politischen Lagern. Bei Linken und SPD-Wählern ist die Angst vor Veränderung und Unbekanntem genauso groß wie bei den Anhängern anderer Parteien. Diese Ängste spricht die Alternative an und erntet deshalb überall Stimmen. Es ist kein reines Rechts-links-Problem. Die etablierten Parteien sollten das akzeptieren und sich inhaltlich mit dem Emporkömmling auseinandersetzen. Einfach warten, bis der sich von selbst zerlegt, wie es die Vorgänger-Protestparteien machten, wird nicht reichen.

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