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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Russland verbietet Lebensmittelimporte aus der EU Europa braucht langen Atem DENNIS ROTHER

Bielefeld (ots) - Reiseverbote und eingefrorene Konten, Importstopps und angedrohte Luftraumsperren: Die wirtschaftliche und diplomatische Abwärtsspirale, die Experten seit Beginn des Ukraine-Konflikts prophezeit hatten, ist längst in Gang. Es wird zäh zwischen dem Westen und Russland. Jetzt heißt es für Brüssel: durchhalten. Mehr denn je muss die Europäische Union mit einer Stim-me sprechen und die Finanzsanktionen aufrechterhalten. Es wird eine schmerzhafte Mammutaufgabe. Auf den ersten Blick hat Russlands Präsident Wladimir Putin viele Trümpfe in der Hand. Seine Popularitätswerte im eigenen Land sind hoch, weil er vermeintlich russische Interessen zur Not mit brachialen Methoden durchboxt. Selbst eine tiefe Rezession kann er den Wählern zumuten. Mit dem Feindbild "Westen" lässt sich gut Politik machen. Putin weiß außerdem aufstrebende Weltmächte hinter sich. Fehlen Lebensmittel, hilft Brasilien. Fehlen Maschinen, hilft China. Einen Handelskrieg könnte Putin wohl durchfechten. Doch auch Russland hat eine Achillesferse: das Finanzsystem. Wirtschaftlich blutet Moskau nach den Sanktionen gegen seine Banken aus. Milliardensummen fehlen, Investoren haben Angst. Langfristig kann das auch die Zentralbank nicht auffangen. Putin, der sein Land möglichst autark machen will, wird merken, wie vernetzt selbst russische Banken mit den Weltmärkten sind. Und er wird einlenken. Aber nur, wenn Brüssel hart bleibt.

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