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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Roland Koch als Unternehmenschef Krachend gescheitert alexandra jacobson, berlin

Bielefeld (ots) - Roland Koch hat sich was getraut - der ehemalige hessische Ministerpräsident ist 2011 von der Politik in die Wirtschaft gewechselt. Volles Risiko hat er sich erwählt. Koch ist in die erste Reihe gestürmt, als Vorstandschef bei einem der größten Baukonzerne Deutschlands. So kannte man Koch auch aus der Politik: ein Mann von messerscharfer Intelligenz, zerfressen von Ehrgeiz und gesegnet mit überbordendem Selbstbewusstsein. Gut möglich, dass er sich stets für besser als Angela Merkel hielt. An ihr kam er aber nicht vorbei, auch weil er in der hessischen CDU-Schmiergeldaffäre eine dubiose Figur abgab. Obwohl er sich selber schneidig als "brutalstmöglichen" Aufklärer empfahl. Als Konzernlenker, so ist es jetzt nachzulesen, ist er wieder an seinem Ehrgeiz gescheitert. Er wollte zu viel auf einmal. Prinzipiell bleibt es trotzdem richtig, wenn Politiker mal in die Wirtschaft wechseln. Auch der Wechsel in umgekehrte Richtung muss denkbar sein. Dass sofort aus CDU und CSU der Ruf nach einem Wechsel Kochs zurück in die Politik kam, war allerdings übertrieben. Denn Koch ist eben gerade erst nach zwei Gewinnwarnungen bei Bilfinger krachend gescheitert. Das ist keine Schande. Es ist aber ein Einschnitt im Lebenslauf, der erst einmal verkraftet sein will. Niemand steckt so etwas leicht weg. Dass Koch seinen Parteifreunden einen Korb gab, ist deshalb zu begrüßen.

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