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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Kirchenaustritte wegen Zinssteuer Wie gewonnen, so zerronnen BERNHARD HÄNEL

Bielefeld (ots) - Viel dürfte es nicht sein, was die Kirchen an Zinsertragssteuer einnehmen. Dafür sorgen die historisch niedrigen Zinsen, die zu einer kalten Enteignung der Sparer führen. Entsprechend groß ist der Frust der Anleger, besonders bei jenen, die über Erspartes über dem Freibetrag verfügen. Dann greift der Staat ab und neuerdings auch die Kirchen. Sie haben durchgesetzt, dass der Bundestag ein Religionsregister genehmigte, das eine automatische Meldung an die Banken über die Konfessionszugehörigkeit ihrer Kunden erlaubt. Damit kann niemand mehr seine schon immer real existierende Pflicht zur Zahlung der Zinsertragssteuer umgehen. Die Reaktion der Sparer folgt auf dem Fuße. Die Zahl der Kirchenaustritte steigt, wird Ende des Jahres wohl höher sein als im Vorjahr. Das trifft sowohl die evangelische wie die katholische Kirche. Letztere leidet zudem unter den Folgen des Bauskandals um den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Die Kirchen sollten sich fragen, ob sie klug beraten waren mit der Durchsetzung der automatischen Abführung der Kapitalerträge. Wie gewonnen, so zerronnen.

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