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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: NRW-Tag in Bielefeld Ein Fest, das der Region gut tut Lothar Schmalen

Bielefeld (ots) - Ein ganzes Wochenende lang blickt ganz Nordrhein-Westfalen auf Ostwestfalen-Lippe. Die größte Stadt der Region, Bielefeld, ist Gastgeber des NRW-Tages. Nicht Düsseldorf, Köln oder das Ruhrgebiet - nein, endlich einmal steht der östliche Teil des größten deutschen Bundeslandes im Mittelpunkt des Interesses. Das tut der Region, die sich trotz ihrer wirtschaftlichen Prosperität von der Landesregierung häufig zu wenig beachtet fühlt, gut. Die Landesminister, die sich angeführt von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft seit Freitagabend in voller Mannschaftsstärke in Bielefeld aufhalten, haben Gelegenheit, sich von der Vielfalt, Schaffenskraft und Kreativität des Landstrichs zwischen Porta Westfalica und Paderborner Dom zu überzeugen. Dabei dürfte sich inzwischen auch bis in die westlichsten Ecken des Landes herumgesprochen haben, dass Ostwestfalen-Lippe neben seiner wirtschaftlichen Stärke und seinen landschaftlichen Reizen längst auch kulturell ein starkes Stück Nordrhein-Westfalen ist. Die Bielefelder Kunsthalle, das Herforder Museum Martha, das Paderborner Diözesanmuseum, das Bielefelder Stadttheater, das Literatur- und Musikfest "Wege durch das Land" - sie alle stehen für überregional beachtete Kultur aus dem östlichen Teil von NRW. Zuletzt hatte die Region bundesweit für Aufsehen erregt, als die Kicker des SC Paderborn - überraschend auch für viele Experten - den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga perfekt machten. Auch in den überregionalen Medien wurde der sportliche Erfolg des Teams von Trainer André Breitenreiter als kleines Fußballwunder aus der ostwestfälischen Provinz beschrieben. Überhaupt war es in der Region zuletzt eher die Domstadt und der Süden der Region, die ostwestfälische Erfolgsgeschichten schrieben. Als Hochschulstandort holte Paderborn in den vergangenen Jahren deutlich gegenüber den westfälischen Mitbewerbern Münster, Bochum und Bielefeld auf, unter Paderborner Federführung errang das Projektbündel "It's OWL" den Sieg beim Wettbewerb Deutschlands Spitzencluster, und ganz aktuell feierte die Stadt Höxter die Aufnahme von Kloster Corvey in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Und in der Katholischen Kirche ist Paderborn inzwischen so etwas die Talentschmiede für Bischöfe geworden. Bielefeld scheint im inner-ostwestfälischen Ranking etwas ins Hintertreffen geraten zu sein. Der erneute Abstieg der traditionsreichen Arminia in die Drittklassigkeit ist da schon fast symbolisch. Dass nun mit dem NRW-Tag Bielefeld wieder in den Blickpunkt gelangt, ist gut für die 330.000-Einwohner-Stadt, die sich trotz ihrer unzweifelhaften Stärken als Wirtschaftszentrum und Hochschulstandort mit ihrem Image bekanntlich eher schwer tut. Jenseits von Image-Überlegungen und inner-ostwestfälischen Rankings aber ist der NRW-Tag auch ein wunderbares Forum, um den Landesoberen einmal mehr ostwestfälische Interessen und Forderungen nahezubringen. Ob es die Forderung nach einer medizinischen Fakultät für die Region, der zügige Ausbau der In-frastruktur, die finanzielle Ausstattung von Kultur- oder anderen Einrichtungen oder die Umverteilung von Finanzmitteln sparsamer Landkommunen an überschuldete Ruhrgebietsstädte ist - die Entscheider sind nun drei Tage vor Ort, und sollten, wenn sie am Sonntagabend wieder durchs Ruhrgebiet zurück ins Rheinland fahren, wissen, was Ostwestfalen braucht und deshalb auch zurecht fordert.

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