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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Kloster Corvey ist Weltkulturerbe Eine hohe Verpflichtung Christine Longère

Bielefeld (ots) - Perfectum est, es ist vollbracht. Voller Zuversicht hatte Corvey die Fahnen mit dem roten Schriftzug, der die frohe Botschaft der Tradition des Ortes gemäß in Latein verkünden sollte, schon im Voraus bestellt. Das Ergebnis der Beratungen in Katar bestätigt, dass der Optimismus berechtigt war. Ostwestfalen-Lippe hat eine Sehenswürdigkeit, die auf einer Stufe steht mit dem Tadsch Mahal und den Pyramiden von Giseh. Mit ihrer Entscheidung würdigt die Welterbekommission der UNESCO die außerordentlich gründliche Untermauerung des Antrags. Genügten 1978 für die Nominierung Aachens, der ersten deutschen Welterbestätte, noch drei Seiten, so umfassen die Unterlagen, mit denen die Bedeutung Corveys erläutert wird, mehrere dicke Bände. Zweifellos ist die Corveyer Abteikirche mit ihrem weitgehend erhaltenen Westbau aus dem 9. Jahrhundert ein herausragendes Zeugnis schöpferischen Geistes und auch des Machtanspruchs, der dem christlichen Glauben zur Verbreitung verhalf. Doch nicht jedem, der im Inneren des Bauwerks die Reste von Wandmalerei aus karolingischer Zeit betrachtet, wird auf Anhieb einleuchten, warum er vor etwas Einzigartigem und Außergewöhnlichem steht. Das UNESCO-Label hat nicht nur einen ideellen Wert, es lockt Gäste von allen Erdteilen an. Wenn die Besucherströme nicht sehr schnell wieder verebben sollen, muss Corvey große Anstrengungen unternehmen, um seine glanzvolle Geschichte für ein erneutes Aufblühen in der Gegenwart zu nutzen. Voraussetzung dafür ist die Einsicht, dass die Adelung durch den Welterbetitel nicht nur eine Ehre bedeutet. Sie ist vor allem mit der Verpflichtung verbunden, diesem Titel gerecht zu werden. Dabei bedarf es der Unterstützung, insbesondere durch das Land NRW, das Verantwortung trägt, das Kulturerbe nicht nur zu verwalten, sondern seine Bewahrung und Entwicklung auch zu fördern. Dem Einsatz vieler Institutionen, Initiativen und Einzelpersonen ist es zu verdanken, dass jetzt die Fahnen gehisst werden dürfen. Wenn etwas von dieser Begeisterung bleibt, bestehen gute Chancen, dass von der Welterbestätte Corvey Impulse für die gesamte Region ausgehen.

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