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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Deutsche Bank verdoppelt Bonusgrenzen Naive Kritik MARTIN KRAUSE

Bielefeld (ots) - Das Aufstöhnen kritischer Beobachter war absehbar. Kaum hatte der Gesetzgeber festgelegt, dass die variable Vergütung nicht größer sein soll als das Festgehalt eines Bankers, schon beschließt ausgerechnet die in tausend Rechtsstreitigkeiten verwickelte Deutsche Bank die Nutzung einer Ausnahmeregel, nach der die Bonusgrenze verdoppelt werden darf. Mit Zustimmung der Aktionäre. Boni werden gewährt, um Anreize für gewisse Ziele zu setzen - den Absatz bestimmter Produkte etwa oder angepeilte Traumgewinne. Diese Boni sind als Gründe dafür identifiziert worden, dass Banker in der Vergangenheit anscheinend ohne Sinn und Verstand große Risiken eingegangen sind, die zum Kollaps etlicher Banken führten. Die Finanzkrise der Jahre 2008 bis 2010 war die Folge. Jetzt allerdings die Aktionäre zu schelten, weil sie "ihren" Bankern maximale Vergütungen zuschanzen, wäre reichlich blauäugig. Anteilseigner sind oft Fondsgesellschaften oder Versicherungen, also ebenfalls Angehörige der Finanzbranche. Sie schöpfen die Möglichkeiten aus, das ist legitim. Die Politiker aber hätten andere Gesetze einführen müssen, wenn sie es anders gewollt hätten.

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