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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Tarifabschluss im öffentlichen Dienst Freud und Leid BERNHARD HÄNEL

Bielefeld (ots) - Das kann sich sehen lassen: 5,5 Prozent mehr für die Bediensteten beim Bund und in den Kommunen kommen dem nahe, was gemeinhin ein Schluck aus der Pulle genannt wird. Auch angesichts der deutlich gesunkenen Inflationsrate und ebenso vor dem Hintergrund der um 1,2 Prozent gesunkenen Reallöhne in NRW im vergangenen Jahr. Natürlich sind nicht alle Bäume in den Himmel gewachsen, doch der tabellenwirksame Mindestbetrag von 90 Euro führt zu einer überdurchschnittlichen Gehaltserhöhung bei den unteren Einkommensgruppen von bis zu 7,6 Prozent und ist damit eine echte soziale Komponente. Für den Straßenwärter mit 2.400 Euro brutto zum Beispiel oder eine Erzieherin mit 2.700 Euro monatlich zu spürbaren Verbesserungen zu kommen war eine zen-trale Forderung der Gewerkschaften. Des einen Freud, des anderen Leid. Bei den Kommunen dürfte sich die Begeisterung in Grenzen halten. Die Summe der Kassenkredite, mit denen sich Städte und Gemeinden über Wasser halten, ist weiter angestiegen. Auch weil sich der Bund einen schlanken Fuß macht und die versprochene Entlastung der Kommunen auf die lange Bank geschoben hat. Das Dilemma des öffentlichen Dienstes ist halt stets das gleiche. Auf der einen Seite sind die leeren Kassen, auf der anderen der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter. Alles andere als eine Idealkonkurrenz.

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