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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Erste Todesopfer unter den Demonstranten in der Ukraine Den Wahnsinn beenden MATTHIAS BUNGEROTH

Bielefeld (ots) - Es sind dramatische Bilder, die uns seit Wochen aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew erreichen. Tausende Oppositionelle protestieren seit Ende November gegen den prorussischen Kurs der Regierung von Präsident Viktor Janukowitsch. Nun fließt erstmals seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 Blut bei politischen Auseinandersetzungen. Menschen sterben, gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen den Lagern sind der Reflex. Dieser Wahnsinn muss schnellstmöglich beendet werden. Denn mit den tödlichen Schüssen auf Regierungsgegner gerät der Konflikt in der ehemaligen Sowjetrepublik endgültig in die Sackgasse. Hilferufe aus der Opposition erreichen Elmar Brok, den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Europaparlaments, via Handy. "SOS" funkt unter anderem Exprofiboxer Vitali Klitschko von der Oppositionspartei Udar, auch der Beraterkreis der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko (Vaterlandspartei) meldet sich bei ihm. Die maßgeblichen Kräfte der Opposition sind entsetzt über das Blutvergießen und hoffen darauf, dass das Europaparlament lenkend in den Konflikt eingreifen kann. Denn sie haben die Erfahrung gemacht, dass alle bisherigen Dialoge zwischen Regierung und Opposition im Janukowitsch-Lager keine Bewegung gebracht haben. Im Gegenteil. Die Regierung peitschte ohne Debatte Gesetze durchs Parlament, die die Demonstrationsrechte beschneiden. Laut der Organisation "Reporter ohne Grenzen" wurden bislang 37 Journalisten teils schwer von Polizisten verletzt, die über die Demonstrationen berichten wollten. Pluralismus und Freiheit sehen anders aus. Dass vor diesem Hintergrund in der EU über Sanktionen gegen die Regierung gesprochen wird, ist nachvollziehbar, auch wenn das einige Diplomaten kritisch sehen. Sie fürchten den großen Einfluss des mächtigen Nachbarn Russland. Doch die Kräfte der Freiheit sollten stärker sein.

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