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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar EU-Militärmission in Zentralafrika Grenzen der Ertüchtigung Knut Pries, Brüssel

Bielefeld (ots) - Bundeswehreinsätze fern der Heimat sind teuer und alles andere als populär. Kanzlerin Merkel propagiert angesichts der Interventionsmüdigkeit den alternativen Weg der "Ertüchtigung". Das besagt ungefähr dasselbe wie die Formel von der "Hilfe zur Selbsthilfe": Wir - Deutsche, Europäer, der Westen - greifen nicht mehr selbst zur Waffe, sondern wir versorgen solche, die es verdienen, mit Ausrüstung. An den Verhältnissen in der Zentralafrikanischen Republik geht das Konzept vorbei: Die Kurzbeschreibung, wonach dort christliche gegen islamistische Verbände kämpfen, ist irreführend, denn sie klingt noch nach einer gewissen Restordnung. Doch die hat sich aufgelöst, mitsamt dem normalen Betrieb von Krankenhäusern, Schulen, Strom- und Wasserversorgung und öffentlichen Diensten. Es gibt zwei abservierte Präsidenten, eine Übergangsführung, die es nicht geschafft hat, und eine, die es allein nicht schaffen wird, das Wüten der Milizen zu stoppen. Es gibt also eine Doppelaufgabe: das Schlachten zu beenden und einigermaßen stabile Verhältnisse wiederherzustellen. Da ist mehr "Ertüchtigung" vonnöten. Also: Das Zeitalter der Intervention ist keineswegs vorbei. Die EU hat das begriffen. Wie sie es in Zen-tralafrika und zuvor Mali anstellt - erst prescht Frankreich vor, dann schließen sich die anderen zähneknirschend an -, ist freilich kein überzeugendes Modell.

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