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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar CSU zum Jahresauftakt Keine Beißhemmung RalF MÜLLER, MÜNCHEN

Bielefeld (ots) - Gibt es außer der CSU in Deutschland noch wichtige Parteien? Es scheint nicht so, denn während sich CDU-Kanzlerin Angela Merkel durch Skilanglauf selbst teilschachmatt setzt, liefert die kleinste der Berliner Koalitionsparteien einen politischen Aufreger nach dem anderen. Alle selbst gestrickt, aber zum Teil nicht absichtlich. Das jüngste Haustheaterstück setzte Parteichef Horst Seehofer vom Spielplan ab, bevor es überhaupt den nächsten Akt erreichen konnte. Die Rede ist von der Idee seiner Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Strompreissenkungen auf Pump zu finanzieren. Das ist eine hässliche Formulierung, wurde aber auch in den eigenen Reihen genauso verstanden, nicht zuletzt vom Chef selbst. Der Plan wurde beerdigt mit einem gesichtswahrenden Schlenker. Später könne man ja noch mal drüber reden.   Ob Aigner damit ihre Chancen, dereinst einmal Seehofer nachzufolgen, verkleinert oder vergrößert hat, kann derzeit noch nicht beurteilt werden. So hat sie damit einem größeren Publikum vermittelt, dass sie jetzt bayerische Wirtschaftsministerin ist. Außerdem schätzt es der Bayer, vor allem der oberbayerische, durchaus, wenn ab und an einmal dem Potentaten Kontra gegeben wird, sofern man es nicht übertreibt. Jedenfalls ist ein Ziel schon wieder erreicht: Die Kreuther Klausur der CSU-Landesgruppe hat schon einmal einen kräftigen Auftaktakkord erhalten.

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