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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Kein Fraktionszwang bei Präimplantationsdiagnostik Angemessen PETER JANSEN

Bielefeld (ots) - Es ist in hohem Maße sinnvoll und angemessen, wenn die Bundestagsparteien es der Gewissensentscheidung ihrer Abgeordneten überlassen, wie sie sich zur Präimplantationsdiagnostik (PID) stellen. Ebenso wie seinerzeit die Diskussion um die Abtreibung oder die Forschung an embryonalen Stammzellen eignet sich dieses sensible Themen, bei dem es um Grundfragen des menschlichen Lebens geht, nicht für lautstarke Streitereien im Parlament Die Abgeordneten müssen für sich klären, welches Gut ihnen wichtiger ist. Embryonen, bei denen durch PID ein Gendefekt festgestellt wird, sterben ab. Auf der anderen Seite steht das Risiko, dass schwerst geschädigte Kinder zur Welt kommen mit unabsehbaren Belastungen für sie selbst und ihre Familien. Die geltende Regelung der Abtreibungsfrage legt nahe, auch die PID in einem eng begrenzten Rahmen zuzulassen. Schließlich ist die Abtreibung über den dritten Monat hinaus straffrei, wenn schwere Schädigungen des Kindes drohen. In diesen Fällen geht es um bereits lebensfähige Föten, während die PID wenige Tage nach der Befruchtung der Eizelle an einem Zellhaufen von vier oder acht Zellen vorgenommen wird. In der Abwägung geht es darum, ob der Schutz dieser Blastozyten wichtiger ist als die Vermeidung von schwerem Leid.

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