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Neue Westfälische (Bielefeld): Literatur-Nobelpreis Weil er dran war STEFAN BRAMS, FRANKFURT

Bielefeld (ots) - Diese Nobelpreisentscheidung ist keine Überraschung. Immer wieder wurde der Peruaner Maria Vargas Llosa in den vergangenen Jahren hoch gehandelt. Jetzt erhält der 74-jährige Autor die höchsten literarischen Weihen aus Stockholm. Zu Recht? Gegen seine Literatur lässt sich wenig einwenden. Es ist das Werk eines großen Romanciers, der packend zu erzählen weiß - wie seine lateinamerikanischen Kollegen Isabel Allende und Gabriel Garcia Marquez auch. Zudem steht Llosa für eine engagierte Literatur. Doch durch besondere ästhetische Raffinesse zeichnet sich der Peruaner eher weniger aus. Da ist die deutsch-rumänische Autorin Herta Müller, die voriges Jahr ausgezeichnet wurde, deutlich innovativer. Aber allein um ästhetische Innovationsfreudigkeit geht es ja nicht beim Literatur-Nobelpreis. Insofern geht die Verleihung zwar in Ordnung, aber es ist eigentlich weniger die Literatur von Maria Vargas Llosa, die zum Reiben einlädt, als vielmehr seine politische Haltung sowie sein politisches Engagement. Und so bleibt am Ende leider auch ein wenig der Eindruck, dass in diesem Jahr ein Autor geehrt wurde, der einfach dran war.

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