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Neue Westfälische (Bielefeld): Eklat beim EU-Gipfel Ein Satz zuviel DETLEF FECHTNER, BRÜSSEL

Bielefeld (ots) - EU-Kommissarin Viviane Reding hat Recht, wenn sie die französische Regierung wegen deren mehr als fragwürdigen Umgang mit den Roma anbellt. Sie hat sogar Recht, wenn sie dabei über den üblichen Diplomaten-Jargon hinausgeht. Aber Reding hat kein Recht dazu, die gegenwärtige Ausweisung von Roma aus Frankreich in die Nähe der Verbrechen der Nationalsozialisten im zweiten Weltkrieg zu rücken. Genau das aber hat sie getan und damit einen Satz zuviel gesprochen. Denn auf diese Weise hat sie andere Regierungen - auch die deutsche - dazu gebracht, auf Distanz zu ihr zu gehen. Die Europäische Union funktioniert - so wie sie funktioniert - nur deshalb, weil es eine unausgesprochene Übereinkunft gibt, kein Mitglied zu beleidigen, in die Ecke zu stellen oder dessen Interessen zu ignorieren. Man kann das langweilig finden, weil laute Duelle publikumswirksamer sind als das leise Ringen nach Lösungen. Aber dieser Umgang miteinander bewirkt, dass die EU letztlich doch immer wieder vorankommt und gemeinsam Lösungen für Probleme findet - hoffentlich bald auch für die Sorgen der Roma.

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