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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Streit um Einwanderungsgesetz in den USA Unhaltbarer Zustand DIETMAR OSTERMANN, WASHINGTON

Bielefeld (ots) - Wer die hitzig geführte Einwanderungsdebatte in den USA verfolgt, kann schnell den Eindruck gewinnen, hier werde ein Land von einer Welle der Fremdenfeindlichkeit erfasst. Im Streit über das restriktive Gesetz in Arizona dominieren Emotionen, nicht Argumente. Die USA sind bei allen Problemen, die es geben mag, kein fremdenfeindliches Land. Bis heute ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten unangefochtener Immigrationsweltmeister. 2008 wurden erstmals über eine Million Menschen eingebürgert. Von einer "Festung Amerika" kann keine Rede sein. Trotz einer vergleichsweise liberalen Einwanderungspolitik wollen aber weit mehr Menschen in die Vereinigten Staaten kommen als dürfen. Viele, die in dieser Welt von einem besseren Leben träumen, träumen von Amerika. Viele machen sich auf den Weg ohne gültige Papiere. Knapp elf Millionen "illegals" leben in den USA, rund viermal mehr als 1980. Doch die "stille Invasion" - ein Unwort der Kritiker - schwillt eher ab als an. Schon Mitte des vergangenen Jahrzehnts hat sie ihren Höhepunkt überschritten. Aber auch die USA erlebten in ihrer Geschichte immer wieder Phasen diffuser Überfremdungsängste. Oft gingen sie mit Wirtschaftskrisen einher.Die Hysterie in der amerikanischen Einwanderungsdebatte ist auch ein Symptom der aktuellen politischen Kultur. Vor allem die Republikaner überlassen zunehmend Krawallmachern und Demagogen das Feld. Und auch eine noch von George W. Bush unterstützte umfassende Einwanderungsreform gilt der Opposition heute als Teufelszeug, obwohl jeder weiß, dass kein Weg daran vorbeiführt, zumindest einem Teil der knapp elf Millionen "illegals" ein Bleiberecht einzuräumen. Die Tatsache, dass in den USA Millionen Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere leben, ist ein unhaltbarer Zustand.

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