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Neue Westfälische (Bielefeld): Deutsche Söldner in Somalia Exportschlager Tod NICOLE HILLE-PRIEBE

Bielefeld (ots) - Früher war Thomas Kaltegärtner Hauptfeldwebel bei der Bundeswehr. Heute verdient er in Telgte sein Geld damit, ehemalige Bundeswehrsoldaten als Söldner nach Somalia zu schicken. Wenn die Gesetzeslücke nicht schnell geschlossen wird, könnte Deutschland auch in Sachen Tod zum Exportmeister werden. Dass es überhaupt deutsche Söldner gibt, war bislang ein offenes Geheimnis. Offiziell nennen sich die Firmen gerne "Sicherheitsdienste", die das Strafgesetzbuch damit umgehen, die Soldaten freiberuflich einzusetzen. Denn der StGB-Paragraph ist eindeutig: "1. Wer zugunsten einer ausländischen Macht einen Deutschen zum Wehrdienst in einer militärischen oder militärähnlichen Einrichtung anwirbt oder ihren Werbern oder dem Wehrdienst einer solchen Einrichtung zuführt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. 2. Der Versuch ist strafbar." Besonders brisant: Die Fortbildung vom Soldaten zum Söldner wird vom Staat finanziert. Bundeswehrmagazine werben sogar damit, dass in Einzelfällen auch eine Förderung durch die Agentur für Arbeit möglich ist. Und weil Bundeswehrsoldaten zurzeit im Nachbarland Uganda für die EU somalische Sicherheitskräfte ausbilden, könnte der Einsatz in Somalia erstmals dazu führen, dass Deutsche gegen Deutsche kämpfen - aber das nennt man heute wohl asymmetrische Kriegsführung.

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