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Neue Westfälische: Neue Westfälische Bielefeld: Zahl der Arztkontakte Hilferufe PETER STUCKHARD

Bielefeld (ots) - Die Deutschen sind ja offenbar ein Volk von Weicheiern. Ärzte amüsieren sich nach einem langen Arbeitstag gerne einmal über den Witz von der alten Dame, die sich bei ihrem Doktor dafür entschuldigt, dass sie am vergangenen Donnerstag nicht bei ihm gewesen sei: "Da war ich nämlich krank." Auch die Erkenntnis, dass die Wartezimmer am Montag immer besonders voll sind, ist nicht neu. Mit der Einführung der Praxisgebühr wollte der Gesetzgeber 2004 gegensteuern, die Zahl der Arztkontakte über das Portmonee einschränken. Das hat, traut man den Daten, nicht geklappt. Nach kurzem Durchatmen 2005 gehen die Leute wieder häufiger zum Arzt. Es bleibt also dabei: Die Schwelle am Zugang zu Leistungen des Gesundheitssystems ist in Deutschland so niedrig wie nirgendwo sonst auf der Welt. Das ist gut so, es ist ein Qualitätsmerkmal des Sozialstaats Deutschland. Jeder Arztbesuch ist auch der Hilferuf eines Leidenden. Ob wir uns das aber auf Dauer leisten können oder wollen, ist eine andere Frage. Nachhaltig ändern wird sich aber nur etwas, wenn die Menschen von Kindesbeinen an lernen, wie sie mehr Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen können und die Behörden und Betriebe endlich begreifen, wie produktiv die Förderung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter ist. Pressekontakt: Neue Westfälische News Desk Telefon: 0521 555 271 nachrichten@neue-westfaelische.de Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

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