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Neue Westfälische: KOMMENTAR Sitzenbleiben Verdammt teuer BERNHARD HÄNEL

    Bielefeld (ots) - Sitzenbleiben gehört in Deutschland zur Schule wie Tafel und Kreide. Dass andere Staaten ohne dieses Instrument auskommen und deren Schulsysteme auch noch deutlich erfolgreicher sind, kümmert die Deutschen nicht. Erschreckend viele Lehrer betrachten die Nichtversetzung als letztes Mittel zur Disziplinierung ihrer Schüler. Doch im Studium sollten sie gelernt haben, dass zumindest ein Teil des Schulversagens ihrer Schüler verursacht wird durch schlechten Unterricht und mangelnde Fähigkeit zur pädagogischen Diagnostik. Sitzenbleiben kommt die Deutschen verdammt teuer: Eine Milliarde Euro kostet die veraltete Methode den Steuerzahler. Hinzu kommen die Kosten für Nachhilfe; nach konservativer Berechnung mindestens eine weitere Milliarde, die die Eltern berappen. Rechnete man noch den verspäteten Eintritt ins Erwerbsleben hinzu, kann einem angst und bange werden ob der von der breiten Mehrheit der Deutschen akzeptierten Ressourcenverschwendung. Was wichtiger ist, zeigt der Blick in die USA: Versetztwerden führt dort bei allen Schülern zu besseren Ergebnissen. Andersherum: In Klassen, in denen schwache Schüler durch Sitzenbleiben ausgesondert wurden, ist der Lernzuwachs der anderen nicht höher als in Klassen, in denen alle mitgenommen wurden.

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