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Neue Westfälische: KOMMENTAR Wohlhabende für Vermögensabgabe Reich und moralisch ALEXANDRA JACOBSON,BERLIN

    Bielefeld (ots) - In jüngster Zeit haben die Wirtschafts- und Finanzeliten kein gutes Bild abgegeben. Denn weit verbreitete Gier, gepaart mit mangelnden gesellschaftliche Verantwortungsgefühl, haben die größte Wirtschafts- und Finanzkrise seit 80 Jahren erst möglich gemacht. Da ist es beruhigend, dass die Wirklichkeit vielfältiger ausfällt als das Negativklischee des Reichen. Es gibt also doch Menschen, die viel Geld haben und eine hohe Moral. Die aus der Finanzkrise Lehren ziehen und denen die wachsende Ungleichheit ein tiefes Unbehagen bereitet. Millionäre, die gerne höhere Steuern bezahlen würden, um der Allgemeinheit mehr abzugeben. Auch wenn die Initiative der Wohlhabenden bisher nur 23 Mitglieder hat und keine Prominenten als Zugpferde vorweisen kann, handelt es sich um einen ermutigenden Vorstoß. Angesichts einer historisch einmaligen Ebbe in den öffentlichen Kassen stellt sich in der Tat die Frage, ob große Vermögen stärker belastet werden sollten. Eine solche Diskussion wäre wirklichkeitsnäher als der derzeit vorherrschende Steuersenkungs-Wettlauf. Aber eine unvoreingenommene Debatte über die Wiedereinführung der Vermögenssteuer würde die Parteien im Wahlkampf empfindlich stören. Deshalb wird sie wohl nicht stattfinden - jedenfalls nicht vor der Wahl.

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