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Neue Westfälische: Fluchtkatastrophe im Mittelmeer Arme Seelen RALPH SCHULZE, MADRID

    Bielefeld (ots) - Das Mittelmeer gleicht immer mehr einem gigantischen Friedhof. Dabei spiegelt die jüngste Katastrophe, bei der vor Libyens Küste hunderte Armutsflüchtlinge ertranken, nur einen kleinen Teil des täglichen Dramas auf hoher See wider. Von den meisten Fluchttragödien auf dem Mittelmeergraben, der das reiche Europa vom armen Afrika trennt, bekommt die Welt nichts mit. Manche Experten schätzen, dass nur jedes zweite Flüchtlingsboot, welches in Nordafrika ablegt, auch in Südeuropa ankommt. Angesichts von mehr als 50.000 afrikanischen Migranten, die zusammengerechnet im Jahr 2008 in Italien, Spanien und Malta lebend ankamen, kann man nur ahnen, wie viele tausend arme Seelen schon von den Fluten verschluckt wurden. Darunter auch immer mehr Kinder, die von ihren Eltern auf die Reise geschickt werden. Mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Allein mit Kanonenbooten und Abschottung der Außengrenzen lässt sich die Migrantenwelle aus Afrika kaum aufhalten. Der Strom, von einer skrupellosen Menschenmafia gesteuert, wird höchstens umgelenkt, was zu noch riskanteren Fluchtrouten und noch mehr Toten führt. Ohne massive Entwicklungshilfen, die neue Perspektiven in den Herkunftsländern schaffen, wird es vermutlich nicht gehen. Und daran mangelt es trotz aller schönen Worte bis heute.

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