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Ostsee-Zeitung: zur Gaza-Blockade

Rostock (ots) - Auch wenn auf dem irischen Frachter "Rachel Corrie" diesmal kein Blut floss, es keine Toten und Verletzten gab - Israels positives Bild als demokratisches Musterland im Nahen Osten hat tiefe Risse bekommen. Weder Korruptions-Gerüchte bis in die obersten Etagen der Macht noch schlüpfrige Sex-Affären im Establishment - keine noch so überraschende Niederlage in einem der vielen Grenzkriege oder die bornierte Sturheit in der Siedlungsfrage haben die Regierung in Jerusalem in eine so peinliche Erklärungsnot gebracht wie die Kaperung der Gaza-Solidaritätsflotte.

Es ist eine Schande, dass über 1,5 Millionen Menschen als Geiseln für ein strategisches Kalkül herhalten müssen, das sich im Grunde gegen die politische Organisation der in Gaza regierenden Hamas richtet. Israels unerbittliche Politik, die auf Teufel komm raus keine Schwäche zeigen will, hat nun auch noch den einzigen Verbündeten in der islamischen Welt verprellt: die Türkei.

Bisher hat sich die Regierung Erdogan als Mittler zwischen Orient und Okzident verstanden, enge wirtschaftliche und geheimdienstliche Verbindungen zu Israel gepflegt. Doch spätestens mit dem Tod von neun türkischen Blockadebrechern scheint sich die Macht-Achse im gesamten Mittleren Osten zu verschieben. Die Türkei ist dabei, sich als Regionalmacht mit eigenen Ansprüchen zu mausern, nähert sich Russland, Syrien und gar dem Iran an. Sehr zum Ärger der USA. Israel indes wirkt gefährlich isoliert - weil es anderen und sich selbst zum unerbittlichen Feind geworden ist.

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