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Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Rücktritt von Bischof Mixa

Rostock (ots) - Respekt müsse man vor dem Rücktritt des Augsburger Bischofs Walter Mixa haben, ist von seinen wenigen verbliebenen Verteidigern zu hören. Respekt? Den hätte man vielleicht gehabt, wenn da ein Mann wie Bischof Mixa im Rahmen der losbrechenden Missbrauchs-Diskussion aufgestanden wäre und gesagt hätte: Auch ich habe gefehlt, habe mich einem Zeitgeist nicht widersetzt, der Gewalt gegen Schutzbefohlene als normal erachtet hat. Walter Mixa ist aber nicht aufgestanden. Im Gegenteil: Er wies alle Vorwürfe zurück. Machte die verhassten 68er für jenen Missbrauch verantwortlich, als hätte es so etwas zuvor nie gegeben. Sprach von "Watschn", die für ihn wohl keine Gewalt sind, von kleinen "finanztechnisch unklaren Zuordnungen von Ausstattungsgegenständen", als es um zweckentfremdete Gelder für Waisenheime ging. Kurz: Er gab das Bild eines Bischofs ab, der schlug, log, lavierte und betrog - und bittet nun demütig um Entschuldigung. Wer will, mag ja Mitleid mit dieser "persönlichen Tragödie" haben, die Betroffenen könnten ihrerseits Vergebung gewähren. Anlass für Respektbekundungen ist diese Abdankung jedoch nicht.

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