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Ostsee-Zeitung: OSTSEE-ZEITUNG Rostock zu Westerwelle

    Rostock (ots) - Die Klagen über den Vizekanzler, die jetzt in Deutschland immer lauter werden, haben mit seiner fachlichen Eignung nichts zu tun. Sie betreffen seinen Amtsstil. Und hier erweist sich Westerwelle als undiplomatisch. Es mag ja sein, dass rechtlich an der Zusammensetzung von Westerwelles Delegationen im Ausland nichts Anstößiges ist, politisch klug im Sinne des Amtsansehens muss es deshalb noch lange nicht sein. Und ja: Auch frühere Außenminister nahmen manchmal ihre Frauen mit auf Reisen. Denen konnte aber niemand wirtschaftliche Interessen unterstellen - so wie jetzt Westerwelles Lebenspartner Michael Mronz, der häufiger auf Fotos mit dem Außenminister auftaucht als dessen Amtsvorgänger mit ihren Frauen. Das alles kann auch Westerwelle nicht entgangen sein. Oder doch? Hat er über die harten Oppositionszeiten, in denen er vielen Schmähungen ausgesetzt war, und die darauffolgenden triumphalen Tage des letzten Herbstes, in denen ihm mehr als nur Genugtuung widerfuhr, das richtige Maß verloren? Ja. Westerwelle erscheint losgelöst von Partei, Regierung und Volk. Seine Forschheit, die ihm noch im letzten Jahr den Ruf einbrachte, er würde endlich was bewegen können in Deutschland - sie wirkt auf viele nur noch provozierend. Die von ihm angestoßene und eigentlich richtige Hartz-IV-Debatte ist dafür Synonym. Vor allem seine Glaubwürdigkeit und die der FDP leidet darunter.

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