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Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Gedenken an den Mauerfall vor 20 Jahren

    Rostock (ots) - Viele junge Deutsche  konnten bei den unvermeidbaren Umfragen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls nicht mehr sagen, wer Erich Honecker war und in welchem Teil Deutschlands er etwas zu sagen hatte. Einerseits sehr betrüblich, gewiss, andererseits aber vielleicht auch gar nicht so schlimm, wie man im ersten Moment denkt. Denn diese Unkenntnis lässt auch darauf hoffen, dass in noch einmal 20 Jahren, wenn die Wende-Geborenen "in den besten Jahren" sind und selber Kinder haben, die Frage nach West und Ost völlig belanglos geworden sein wird.

    Das ist auch richtig so. Denn wenn es um Teilung, Spaltung und deren Gefahren geht, wird diese Generation vermutlich an etwas anderes denken: an einsame Alte, die nach neuen Formen suchen, in denen man den Herbst des Lebens ohne Einsamkeit mit Anstand und Würde erleben kann.

    An jene Mauern in den Köpfen, die zwischen den Mitgliedern der Parallelgesellschaften zu wachsen drohen: zwischen Deutschen mit weit zurückreichenden Wurzeln in diesem Land und jenen, die neu dazugekommen. Da werden alle gefragt sein, um das Trennende abzubauen: die, die schon "immer" hier waren, und die, die über all die Jahre zugewandert sind.

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