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SAM.I. fordert europäische Standards bei Erste-Hilfe-Ausbildung

SAM.I. fordert europäische Standards bei Erste-Hilfe-Ausbildung
Im EU-Parlament in Brüssel übergab Knut Fleckenstein MdEP (SAMI-Präsident und ASB-Bundesvorsitzender) am 12.10.2016 mit Vertretern von SAMI-Mitgliedsorgansiationen die Empfehlung des internationalen Netzwerkes zur EU-weiten Anerkennung von Erste-Hilfe-Nachweisen an Martin Schulz, den Präsidenten des EU-Parlaments. Weiterer Text über ots ...

Köln/Brüssel (ots) - Wer in Deutschland einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hat, muss damit rechnen, dass sein Erste-Hilfe-Nachweis in einem anderen EU-Staat nicht anerkannt wird. Denn in der Europäischen Union fehlen verbindliche Standards in der Erste-Hilfe-Ausbildung. "EU-Standards sind aber die Voraussetzung für eine gegenseitige Anerkennung von Erste-Hilfe-Zertifikaten", sagte Knut Fleckenstein MdEP, Präsident von SAMARITAN INTERNATIONAL (SAM.I.) und ASB-Bundesvorsitzender, gestern Abend in Brüssel.

Im Europäischen Parlament übergaben Knut Fleckenstein und Ivo Bonamico, Generalsekretär von SAM.I. und Direktor des Weißen Kreuzes Südtirol, das 20-seitige Empfehlungspapier "Single European First Aid: Cross-Border First Responders" an Martin Schulz, den Präsidenten des EU-Parlaments. Darin fordert das internationale Netzwerk von Samariter-Verbänden, nach dem Vorbild des Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) Lernergebnisse in der Erste-Hilfe-Ausbildung gesetzlich festzulegen, um eine grenzüberschreitende Anerkennung der Zertifikate zu ermöglichen. "In Europa wird Erste Hilfe unterschiedlich gelehrt. Daran wollen wir auch nicht rütteln. Wir fordern aber, dass die Erste-Hilfe-Nachweise die Lernergebnisse dokumentieren. Nur so können die Abschlüsse in Europa vergleichbar gemacht werden", erklärte Knut Fleckenstein. Eine EU-weite Anerkennung der Zertifikate sei ein wichtiger Anreiz, damit mehr Menschen Erste Hilfe lernen und anwenden können.

Die Definition der Lernergebnisse in der Erste-Hilfe-Ausbildung soll, nach Vorschlag von SAM.I., die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (EU-OSHA) auf der Grundlage der Leitlinien zur Wiederbelebung des Europäischen Wiederbelebungsrates (ERC) übernehmen.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz begrüßte ausdrücklich die Initiative von SAM.I. und betonte: "Der Ersten Hilfe wird nicht genug Bedeutung in unserer Gesellschaft beigemessen. Dabei ist die Erste Hilfe ein essenzielles Thema für uns alle. Es geht dabei auch um gesellschaftlichen Zusammenhalt und Solidarität."

Um EU-Abgeordnete und ihre Mitarbeiter für die Bedeutung von Erster Hilfe zu sensibilisieren, haben Erste-Hilfe-Ausbilder aus den SAM.I.-Mitgliedsstaaten Italien (Südtirol), Österreich, Rumänien und Deutschland gestern in Brüssel 35 EU-Abgeordnete und ihre Mitarbeiter in Erster Hilfe geschult.

Mehr unter: http://ots.de/DCy85

SAMARITAN INTERNATIONAL ist ein internationales Netzwerk von Samariter-Organisationen, das 1994 vom ASB mitgegründet wurde. Die Organisation ist regierungsunabhängig und konfessionell neutral. Zurzeit vereint das internationale Netzwerk 17 Samariterorganisationen aus 16 europäischen Ländern mit drei Millionen Mitgliedern, 45.000 Mitarbeitern und 140.000 Freiwilligen. Darüber hinaus gibt es weitere nationale, regionale und lokale Samariter-Organisationen und -Initiativen in der Schweiz, Rumänien, Gambia und Südafrika.

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