Kaufmännische Krankenkasse - KKH

KKH bestätigt, dass Krankenkassen erstes Halbjahr mit Rekorddefizit von 5 Milliarden Mark abschließen

    Hannover (ots) - Die Kaufmännische Krankenkasse KKH bestätigt
Vorabmeldungen, dass die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) auf
ein neues Rekorddefizit zusteuert. Nach den ersten
Halbjahres-Ergebnissen der Angestellten-Ersatzkrankenkassen steht
fest, dass sich in der GKV das Minus des 1. Quartals von rund 2,2
Milliarden Mark mehr als verdoppeln wird. Allein die
Angestellten-Ersatzkassen schließen das erste Halbjahr 2001 mit einem
Defizit von knapp 3 Milliarden Mark ab. "Es ist davon auszugehen,
dass alle gesetzlichen Krankenkassen gemeinsam auf ein Defizit von
rund 5 Milliarden Mark kommen", sagte Ingo Kailuweit, Vorsitzender
des KKH-Vorstandes in Hannover.
      
    Besonders die Ausgaben für Arzneimittel machen den Kassen zu
schaffen. Unaufhaltsam galoppieren die Kosten in diesem Sektor davon.
Ende des zweiten Quartals liegt die Ausgabensteigerung für die
Angestellten-Ersatzkassen im Durchschnitt bei 15,5 Prozent (West) und
15,1 Prozent (Ost). Für die  KKH lag der Steigerungssatz bei 13,5
Prozent je Mitglied.
    
    Überproportional legten auch die Ausgaben für Krankengeld zu.
Obwohl die krankheitsbedingten Fehltage in den Betrieben
zurückgingen, zahlten die Angestellten-Ersatzkassen im ersten
Halbjahr 10,2 Prozent (West) und 5,6 (Ost) mehr Krankengeld als noch
zum Jahresende 2000.
    
    Die Bundesregierung dürfe dieser desaströsen Entwicklung nicht
länger tatenlos zusehen, sagte Kailuweit. Der Vorstandsvorsitzende
der KKH forderte ein sofortiges Vorschaltgesetz zur finanziellen
Entlastung der GKV. Es sollte nach Auffassung der KKH folgende
Elemente enthalten:
    
    - die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel,
    - einen Preisstopp für Arzneien und die Freigabe des
        Internethandels,
    - die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen wie z. B.
        Mutterschafts- und Sterbegeld durch den Bundeshaushalt.
    
    "Ein solches Maßnahmenbündel kann die GKV um 4 bis 5 Milliarden
Mark pro Jahr entlasten, an der Beitragsfront könnte vorerst Ruhe
einkehren", sagte Kailuweit.
    
    Um einer weiteren Entsolidarisierung in der gesetzlichen
Krankenversicherung entgegenzuwirken, sollte der Gesetzgeber in den
Risikostrukturausgleich (RSA) der Kassen einen Grundlastausgleich
einbauen: Krankenkassen sollten für Mitglieder mit
unterdurchschnittlichen Ausgaben im RSA auch nur einen entsprechend
verminderten Ausgabenbedarf angerechnet erhalten. Derzeit profitieren
nach KKH-Angaben insbesondere die sogenannten Handy-BKKn davon, dass
ihnen im RSA deutlich höhere Kosten angerechnet werden, als für die
Versorgung der Mitglieder benötigt wird. Dieses Geld fehle aber zur
Versorgung von schwer kranken Menschen und Chronikern.
    
    Kailuweit: "Für mich ist und bleibt es ein sozialpolitischer
Skandal, dass aufgrund der derzeitigen RSA-Systematik die Beiträge
für junge und gesunde Mitglieder in den Betriebskrankenkassen von
chronisch kranken und älteren Menschen subventioniert werden müssen!"
Das Solidarprinzip der GKV müsse wieder funktionsfähig gemacht
werden, so Kailuweit. "Die Einführung eines Grundlastausgleichs wäre
dabei der erste wichtige Meilenstein."
      
ots Originaltext: KKH
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