Kaufmännische Krankenkasse - KKH

KKH kritisiert Gesundheitspolitik der Bundesregierung / Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit stellt Jahresbericht 2000 vor - KKH steuert mit neuen Modellversuchen gegen den Kostendruck

    Hannover (ots) - Eine Erhöhung der Beiträge für die gesetzliche
Krankenversicherung hält Ingo Kailuweit, Vorsitzender des Vorstands
der Kaufmännischen Krankenkasse - KKH, für unausweichlich. "Kaum eine
Kasse wird ungeschoren davonkommen - trotz anders lautender
Beteuerungen", sagte Kailuweit bei der Präsentation des
KKH-Jahresberichts 2000 am Dienstag in Hannover. "Ich gehe davon aus,
dass spätestens in den ersten Monaten des kommenden Jahres eine
flächendeckende Beitragsanpassung notwendig sein wird."
    
    Kailuweit warf der Bundesregierung vor, zu wenig gegen die
Ausgabensteigerung bei den großen Krankenkassen zu unternehmen. Sie
müsse die Ungleichheit zwischen den so genannten Handykassen und den
traditionellen Kassen sofort regulieren. "Frau Schmidt darf nicht
warten, bis der letzte Gesunde den traditionellen Kassen den Rücken
gekehrt hat". Die KKH fordert von der Bundesregierung, bald ein
umfassendes Reformpaket vorzulegen. Sofort notwendig sei ein
Krisenprogramm. Dies müsse folgende Punkte umfassen:
    
    * Direkte Vertragsabschlüsse zwischen Kassen und
Leistungserbringern.
    
    * Die Zahlungen aus dem Risikostrukturausgleich (RSA) müssten sich
an den Kosten orientieren, die die Versicherten tatsächlich
verursachen, und nicht an einer fiktiven Größe, wie dies zur Zeit der
Fall ist. Obwohl die jungen, leistungsfähigen BKK-Versicherten ihren
Kassen kaum zur Last fielen, erhielten diese spezielle Gutschriften
aus dem RSA, etwa beim Ausgleich für Arzneimittel. Obwohl die BKKn
keine Steigerungen der Ausgaben zu verzeichnen haben, erhalten sie
Überweisungen aus dem RSA gemäß der fiktiven Abrechnungsgrundlage.
    
    * Rasches In-Kraft-Treten der so genannten Positivliste, welche
die verordnungsfähigen Arzneimittel aufzeigt.
    
    "Die Zeche für eine Gesundheitspolitik, die in Lethargie versunken
ist und ihre selbst gesteckten Ziele aus den Augen verliert, bezahlen
die Mitglieder der Krankenkassen und ihre Arbeitgeber", sagte
Kailuweit.
    
    Mit ihren rund 2,1 Millionen Versicherten ist die KKH die
viertgrößte bundesweit tätige Krankenkasse, in den östlichen
Bundesländern steht sie an dritter Stelle. Im Jahr 2000 traten ihr
mehr als 100.000 neue Mitglieder bei. Die Kasse erzielte 2000 einen
Einnahmenüberschuss von 53 Millionen Mark bei einem Gesamtetat von
8,3 Milliarden Mark. Im Berichtsjahr gab die KKH je Mitglied 3,5
Prozent mehr für Leistungen aus als im Jahr 1999.
    
    Die größten Sprünge verzeichnete die Kasse bei den Ausgaben für
Zahnersatz. Je Mitglied wuchsen die Ausgaben im Westen um 8,7
Prozent, im Osten um 15,7 Prozent. Das hängt damit zusammen, dass die
Bundesregierung das Prinzip von Privatliquidierung und Festzuschüssen
beim Zahnersatz aufgegeben hat und wieder zum Sachleistungsprinzip
zurückgekehrt ist.
    
    Auch die Ausgaben für Arzneimittel zogen im Jahr 2000 kräftig an:
um 8,2 Prozent im Westen, um 10,6 Prozent im Osten. Größter
Ausgabenposten sind mit knapp 2 Milliarden Mark die Kosten für
Krankenhausbehandlungen. Je Mitglied stiegen die Ausgaben um 3,1
Prozent (West) beziehungsweise 7,1 Prozent (Ost) an.
    
    Einen spürbaren Spareffekt erhofft sich die KKH mit der Einführung
von Disease-Management-Programmen. Bundesweit sollen sie laut Gesetz
erst in zwei Jahren eingeführt werden. Die KKH hat zwei
Modellprojekte von der Aufsichtsbehörde genehmigt bekommen. Einem
ausgewählten Kreis von Asthmatikern bietet die Kasse ein spezielles
Gesundheitsprogramm an. Es umfasst Seminare zum Thema und eine
telefonische Fach-Betreuung zwischen 7 und 22 Uhr (samstags bis 14
Uhr). Die Patienten erhalten ein Atemstoßgerät, mit dem sie die
objektiven Werte ihrer Lungenfunktion ermitteln. Anhand der Messungen
können Medikamente besser dosiert werden. Durch die telefonische
Betreuung und die Schulung erhält der Patient ein umfassenderes
Verständnis von seiner Krankheit. Er kann dem niedergelassenen Arzt
gegenüber kompetenter auftreten. Seine Telefonbetreuer führen seine
Krankenakte (die KKH erhält keinen Einblick) und können ihn
gegebenenfalls und vor allem frühzeitig zu Fachärzten schicken. Die
KKH erhofft sich mit dieser gezielten Betreuung eine Kostenersparnis
von bis zu 35 Prozent bei Krankenhaus- und Krankengeldzahlungen.
    
    Für den Modellversuch Rückenleiden hat die KKH einen neuartigen
Kontrakt mit einer Klinik geschlossen. Die Kurklinik wird nach dem
Erfolg der Behandlung bezahlt. Sie erhält die letzten zehn Prozent
ihrer Honorare für eine ausgesuchte Patientengruppe der KKH erst 24
Monate nach Kurende, sofern die Kosten für Krankengeld und
Krankenhaus für die behandelte Patientengruppe während dieser Zeit
gesunken sind.
    
    Für Rudolf Hauke, Mitglied des Vorstands der KKH, weisen diese
beiden Beispiele den Weg in die Zukunft einer modernen Krankenkasse:
"Die Qualität der Gesundheitsversorgung hängt sehr davon ab, mit
welchem Ziel sie gesteuert wird." Mit Behandlungsleitlinien ließen
sich unnötige Untersuchungen vermeiden. "Das System funktioniert
effizienter, und der Patient weiß, auf welche Qualität der Versorgung
er einen verbrieften Anspruch hat."
    
    Diese Pressemitteilung finden Sie auch im Internet unter
www.kkh.de.
    
    
ots Originaltext: KKH
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


KKH-Pressestelle,
Karl-Wiechert-Allee 61,
30625 Hannover,
Telefon (05 11) 28 02-23 30/31 -
Telefax (05 11) 28 02-23 99 -
Internet: www.kkh.de -
E-Mail: presse@kkh.de -

Auskünfte und weitere Informationen:
Michael Rohr, Wolfgang Michall -

Abdruck honorarfrei - Für Übersendung eines Belegexemplars wären wir
dankbar.

Original-Content von: Kaufmännische Krankenkasse - KKH, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Kaufmännische Krankenkasse - KKH

Das könnte Sie auch interessieren: