Kaufmännische Krankenkasse - KKH

Zehn Ersatzkassen starten Modellversuch
Akupunktur kann Schmerztherapie besonders gut unterstützen
Versicherte der teilnehmenden Kassen wenden sich an ihre Niederlassung

    Hannover (ots) - Einen gemeinsamen Modellversuch zur Akupunktur
starten jetzt zehn Ersatzkassen, nachdem das Bundesversicherungsamt
(BVA) in Bonn grünes Licht zur Erprobung dieser Jahrtausende alten
Heilmethode in der Schmerztherapie gegeben hat. Ziel des
Modellversuchs ist es, die Wirksamkeit der Akupunktur bei bestimmten
Indikationen wissenschaftlich nachzuweisen. Den Modellversuch führen
folgende Kassen durch: Barmer Ersatzkasse (BEK), Deutsche
Angestellten-Krankenkasse (DAK), Kaufmännische Krankenkasse - KKH,
Hamburg-Münchener Krankenkasse (HaMü), Hanseatische Krankenkasse
(HEK), Gmünder Ersatzkasse (GEK), HZK - Krankenkasse für Bau und
Holzberufe, Brühler Ersatzkasse, Krankenkasse "Eintracht" Heusenstamm
(KEH), Buchdrucker-Krankenkasse (BK).
    
    Anlass der gemeinsamen Initiative der Ersatzkassen ist ein Streit
im Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen um die Zukunft der
Akupunktur als Teil der vertragsärztlichen Versorgung. Die Kassen
wollen das drohende Aus der Akupunktur verhindern. Das BVA hat im
August 2000 für alle Kassen ein Erstattungsverbot ausgesprochen.
Lediglich im Rahmen von Modellversuchen und nur bei drei
Schmerzindikationen ist laut einer Mitteilung des Bundesausschusses
vom 17. Oktober 2000 eine Übernahme von Kosten möglich.
    
    Der Modellversuch ist zeitlich begrenzt und wird wissenschaftlich
begleitet.
    
    Die Nadelakupunktur wird bisher schon erfolgreich bei chronischen
Schmerzen eingesetzt, aber sie erfüllt nach Auffassung der
Ärztevertreter im Bundesausschuss nicht die Anforderungen einer
strengen wissenschaftlichen Untermauerung. Dem entgegen stehen aber,
wie seitens der Kassen betont wird, die Ergebnisse einer großen
Versichertenbefragung. Dabei ergab sich: Bei 60 Prozent der Patienten
hatte der behandelnde Arzt die Akupunktur empfohlen, weil die
Schulmedizin nicht den gewünschten Erfolg brachte.
    
    Die teilnehmenden Ersatzkassen konzentrieren ihr jetzt beginnendes
Modellvorhaben auf chronische Schmerzzustände. Die vom
Bundesausschuss genannten Indikationen lauten im Einzelnen:
chronische Kopfschmerzen, chronische LWS-Schmerzen, chronische
Schmerzen bei entzündlichen Gelenkerkrankungen (Osteoarthritis). Die
Akupunktur kann die Schmerztherapie besonders gut unterstützen, wie
die bisherigen Erkenntnisse zeigen. Auch deckt sich der erfolgreiche
Einsatz der Akupunktur mit dem Wirtschaftlichkeitsgebot. Aus der
Versichertenumfrage ergab sich u. a., dass in 53 Prozent der Fälle
den Patienten konventionelle Behandlungsmethoden dank der Akupunktur
ganz, in weiteren 33 Prozent teilweise erspart werden. Die
Ersatzkassen setzen sich dafür ein, die Akupunktur Teil der
vertragsärztlichen Versorgung werden zu lassen, die dann auch adäquat
honoriert werden muss. Der Einsatz der wohldosierten Nadelstiche soll
wissenschaftlich untermauert werden - nicht vordergründige
Wettbewerbsargumente sollten den Ausschlag geben, wie betont wird.
    
    Ärzte können sich an dem Modellvorhaben beteiligen, wenn
    
    - eine Zulassung als Vertragsarzt vorliegt,
    
    - eine 140-Stunden-Qualifikation (A-Diplom) einschließlich Prüfung
        bei einer von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zugelassenen
        Akupunktur-Ausbildungsgesellschaft nachgewiesen wird.
    
    Vertragsärzte, die Neueinsteiger sind, müssen ab 1. Juli 2001
einen Nachweis der Akupunktur-Vollqualifikation (350 Stunden)
vorlegen. Qualifikationen bei bislang nicht akkreditierten
Veranstaltern können als gleichwertig eingestuft werden.
Interessierte Vertragsärzte erhalten nähere Informationen und
Teilnahmeunterlagen beim Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V.
(VdAK) in Siegburg, Frankfurter Straße 84, 53721 Siegburg, Telefon
02241/108-425; Fax 02241/108-248.
    
    Versicherte der teilnehmenden Ersatzkassen wenden sich im
Bedarfsfall an ihre Niederlassung, die akkreditierte Ärzte nennen
kann (voraussichtlich ab Mitte Juli). Der an der Akupunkturbehandlung
beteiligte Vertragsarzt legt mit dem Patienten gemeinsam fest, ob
eine Akupunkturbehandlung in Frage kommt, und regelt das
Kostenverfahren. Eine vorherige Antragstellung bei der Kasse ist
nicht erforderlich.
    
    Diese Pressemitteilung finden Sie auch im Internet unter
www.kkh.de.
    
    
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