Kaufmännische Krankenkasse - KKH

KKH zum Weltgesundheitstag am 6. April
Altersverwirrte Menschen sollten besser und humaner versorgt werden

    Hannover (ots) - Jeder fünfte Deutsche ist heute älter als 60
Jahre, in 30 Jahren wird der Anteil der Alten auf mehr als ein
Drittel gestiegen sein. Statistiken zeigen, dass mit dem höheren
Lebensalter auch das Risiko einer so genannten Demenzerkrankung
zunimmt, eines Krankheitsbildes, das häufig mit Altersverwirrtheit
umschrieben wird. Auch das viel zitierte Alzheimer-Syndrom gehört
dazu. Alzheimer ist aber nur eine der bekannten dementiellen
Krankheitsformen, wie im KKH-Journal, der Mitgliederzeitschrift der
Kaufmännischen Krankenkasse, berichtet wird.
    
    Die Zahl der Fälle von Altersverwirrtheit ist in den letzten 20
Jahren stark angestiegen. Experten fürchten, dass die Betreuung von
Demenzkranken schon sehr bald zum Thema Nummer 1 der pflegerischen
Versorgung wird. Bereits eine Million Demenzkranke gibt es in
Deutschland, und jedes Jahr erhöht sich ihre Zahl um rd. 25.000.
    
    Demenzkranke treten in der Gesellschaft nicht in Erscheinung, die
meisten von ihnen werden in ihren Familien versorgt. Aber zahlreiche
Angehörige sind mit der Pflege und Betreuung physisch und psychisch
überfordert. Viele Demenzkranke leben auch in Heimen, die aber auf
die besondere pflegerische Herausforderung oft nur unzureichend
reagieren können. Denn die Betreuung erfordert, wie im KKH-Journal
erläutert wird, individuelle Aufsicht und persönliche Begleitung bei
zahlreichen Verrichtungen des täglichen Lebens. Anders als
Schwerpflegebedürftige sind Demenzkranke oft nicht bettlägerig - für
die Heime eine problematische Situation, die mit dem üblicherweise
vorhandenen Personal kaum zu bewältigen ist. Auch sind viele Alters-
und Pflegeheime für die Betreuung von Demenzkranken schon deshalb
ungeeignet, weil sie nach einem längst veralteten Anstaltskonzept
gebaut sind. So weisen viele Heime unüberschaubare Gebäudetrakte mit
unzähligen verwirrenden Türen auf, so dass vertraute Wohnlichkeit gar
nicht erst aufkommen kann.
    
    Für die häusliche und stationäre Versorgung der ansteigenden Zahl
verwirrter alter Menschen müssen neue, praxisnahe Modelle entwickelt
werden. Da ist sich die Fachwelt einig. Vorarbeiten und gute
Beispiele gibt es inzwischen. Ziel der Bemühungen um
Qualitätsverbesserung ist es, ein breiteres Angebot an
Dienstleistungen und Wohnmöglichkeiten zu schaffen, damit die Last
der Altersverwirrtheit für die Kranken selber wie auch für ihre
Angehörigen erträglicher gestaltet werden kann. Der Grundgedanke hat
mit alten Konzepten der Verwahrung und Ruhigstellung nichts mehr
gemein: Die Kranken sollen zufrieden sein und sich wohl fühlen, und
sie sollen die Chance haben, an Vertrautes anzuknüpfen und dadurch
    
    den verbliebenen Rest an Alltagsorientierung zu bewahren.
Altersverwirrte werden trotz ihrer gravierend veränderten
Persönlichkeit mit all ihren Wünschen und dem Ausdruck ihres
Gefühlslebens ernst genommen, ihre Bedürfnislage steht im
Vordergrund.
    
    Nicht nur in anderen Ländern, sondern auch in Deutschland gibt es
bereits intensive Bemühungen, das Konzept der Pflege von
Demenzkranken zu verbessern und alte Versorgungsstrukturen zu
verlassen. So hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe in den
vergangenen Jahren über 40 Hausgemeinschaften für verwirrte und
pflegebedürftige Menschen initiiert und begleitet. Es handelt sich um
Gemeinschaften von sechs bis acht Bewohnern - vertraute Abläufe
schaffen Orientierung und Wohlbefinden. Das Konzept kleinräumiger
Pflegeeinrichtungen mit Vertrautheit, Geborgenheit und Nähe könnte
nach Meinung von Experten des Kuratoriums ein tragendes Konzept der
Zukunft werden. Noch handelt es sich, wie im KKH-Journal zu lesen
ist, um ein von der Bundesregierung gefördertes Modellprojekt. Der
Weltgesundheitstag 2001 am 6. April steht unter dem Motto "Psychische
Gesundheit erhalten & wiedergewinnen". Dazu kann auch eine Steigerung
der Basiskompetenz in der Bevölkerung im Umgang mit Altersverwirrten
erheblich beitragen. Die Altersverwirrten und ihre Familien nicht
allein zu lassen - das ist eine schwierige, aber lohnende Aufgabe der
Gesundheitspolitik, Schulen, Medien und nicht zuletzt auch der
Kranken- und Pflegekassen.
    
ots Originaltext: KKH
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