Kaufmännische Krankenkasse - KKH

Gentests dürfen Betroffene nicht diskriminieren
KKH begrüßt Gesetzesinitiative von Bundesjustizministerin Däubler-Gmelin

Hannover (ots) - Die Kaufmännische Krankenkasse - KKH begrüßt die Absicht der Bundesregierung, Gentests bei Versicherungen per Gesetz zu regeln. Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin hatte zuvor eine entsprechende Initiative angekündigt. Prognosen durch Gentests könnten zwar, so die Ministerin, für jeden Betroffenen nützlich sein, um sich in seiner Lebensführung danach zu richten. Allerdings werde sich niemand testen lassen, wenn er damit rechnen müsse, dass die Ergebnisse gegen ihn eingesetzt werden, wenn er deshalb etwa keine Versicherung oder keinen Arbeitsplatz bekäme. Die Kaufmännische Krankenkasse stimmt der Einschätzung der Bundesjustizministerin ausdrücklich zu, dass Testergebnisse aus der Gendiagnostik nur den Betroffenen selbst zur Verfügung stehen dürfen. Gentests dürften Betroffene nicht diskriminieren. Deshalb sollte, so die KKH, auch für private Versicherungsunternehmen verbindlich sein: - Gentests dürfen nur auf freiwilliger Basis vorgenommen werden; - die Ergebnisse stehen weder Institutionen noch Firmen noch Behörden, sondern ausschließlich den Betroffenen selbst zur Verfügung; - Testergebnisse aus der Gendiagnostik dürfen weder verlangt noch verwertet oder verbreitet werden. Als erste deutsche Krankenkasse setzt die KKH in einem Modellprojekt einen Gentest zur Früherkennung einer Erbkrankheit ein. Alle von der Ministerin genannten Kriterien werden dabei erfüllt. Der in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) durchgeführte Modellversuch "Hämochromatose-Screening" ermöglicht, noch vor Ausbruch der "Eisenspeicherkrankheit" gezielte Maßnahmen zur Frühdiagnose, Prävention und Behandlung einzuleiten. Schon mit einfachen Maßnahmen lassen sich schwerwiegende Spätschäden wie z. B. Herzschwäche, Leberkrebs oder Diabetes verhindern. Das Screening-Programm erfüllt alle vom Ethik-Beirat des BMG und von der European Society of Human Genetics (ESHG) benannten ethischen Voraussetzungen für entsprechende Tests. Die Teilnahme ist freiwillig, wie KKH-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit gegenüber der Presse betonte. Die KKH spricht sich im Einklang mit der Bundesjustizministerin erneut für eindeutige gesetzliche Vorgaben für den weiteren Umgang mit Gentests aus. Dabei sieht die Kasse Gentests nur dann als ethisch vertretbar an, wenn Betroffenen konkrete Behandlungsmöglichkeiten angeboten werden können. Dies ist bei der Untersuchung auf Hämochromatose der Fall. Kailuweit äußerte die Erwartung, der Modellversuch von KKH und MHH werde mit dazu beitragen, auch mehr Rechtssicherheit für die Betroffenen zu schaffen. Auskünfte und weitere Informationen: Michael Rohr, Wolfgang Michall - Abdruck honorarfrei - Für Übersendung eines Belegexemplars wären wir dankbar. ots Originaltext: KKH Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de KKH-Pressestelle Karl-Wiechert-Allee 61 30625 Hannover Tel.: (05 11) 28 02-23 30/31 Telefax: (05 11) 28 02-23 99 Internet: www.kkh.de E-Mail: presse@kkh.de Original-Content von: Kaufmännische Krankenkasse - KKH, übermittelt durch news aktuell

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