Kaufmännische Krankenkasse - KKH

KKH plädiert für variable Krankenhauspreise nach Einführung der Fallpauschalen ab 2003
Wettbewerb um Qualität und Wirtschaftlichkeit soll Rationalisierungspotentiale erschließen

Hannover (ots) - Die Krankenhäuser sollten die künftigen Chancen eines neuen Entgeltsystems für das Erreichen von mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit erkennen und den bevorstehenden Übergang zu Fallpauschalen mutig und konstruktiv angehen, fordert Rudolf Hauke (Hannover), Mitglied des Vorstandes der Kaufmännischen Krankenkasse - KKH. Wenn in wenigen Jahren - nach Vorbereitung und Erprobung - ein komplett neues Entgeltsystem nach dem Vorbild der in Australien praktizierten Diagnosis Related Groups (AR-DRGs) in deutschen Krankenhäusern Einzug halten werde, ergeben sich nach Ansicht der KKH neue Handlungsspielräume für mehr wettbewerbliche Profilierung im Hinblick auf Qualität und Wirtschaftlichkeit in der stationären Medizin. Angesichts der immer noch bestehenden Überkapazitäten sei dabei ein System von Festbeträgen, wie es die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert, nicht zweckmäßig. Unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeit - bei weiterhin vorhandenen Rationalisierungsreserven - müssten Preise variabel sein, damit auf geänderte Bedingungen reagiert werden könne, so Hauke. Ansonsten setze sich nur der langjährige Trend zu steigenden Fallzahlen im Krankenhaus fort. Anreize zu Mengenausweitungen in Kliniken würden dem sinnvollen Vorhaben, einen größeren Teil der medizinischen Betreuung in die Praxen der niedergelassenen Ärzte zu verlagern, entgegenwirken. Der kostenaufwendige stationäre Sektor dürfe auch bei zunehmend alternder Bevölkerung nicht über Gebühr ausgedehnt werden. Sonst drohe das Gesundheitswesen unbezahlbar zu werden, warnt KKH-Vorstandsmitglied Rudolf Hauke. Eine Budgetierung mit Maß und Ziel habe sich grundsätzlich bewährt - zwar nicht als Allheilmittel, aber doch als ein Mittel der Wahl. Nur in dem Maße, so Hauke, wie den Krankenkassen qualifizierte Steuerungsinstrumente zum Versorgungsmanagement zur Verfügung stehen, kann Budgetierung eine geringere Rolle spielen oder zurückgenommen werden. Damit wendet sich Hauke auch kritisch gegen die Ankündigung der früheren Gesundheitsministerin Fischer vor dem Deutschen Krankenhaustag in Düsseldorf im November 2000, den Krankenhäusern würden bei der Einführung der Fallpauschalen ab 2003 keine landesweiten Budgets verordnet. Fischer habe jedoch klar gesagt, dass es eine Mengenbegrenzung geben werde, damit feste Preise für eine Leistung nicht zu einer höheren Zahl von Behandlungsfällen führen, unterstreicht Hauke. Hintergrund Mit der Gesundheitsreform 2000 hat der Gesetzgeber bestimmt, dass die Krankenhäuser ab dem Jahr 2003 ein neues Preissystem einführen müssen. Fallpauschalen sollen die bisher üblichen Tagessätze ablösen. Die Kosten eines Patienten sollen von der Aufnahme bis zur Entlassung zusammengefasst, die Preise z. B. für Knieoperationen oder Entbindungen besser vergleichbar werden. Experten erwarten, dass die Patienten künftig schneller aus den Kliniken entlassen werden. Budgetvorgaben oder andere Formen der Mengenbegrenzung können eine medizinisch nicht indizierte Ausweitung der Fallzahlen verhindern helfen, wie nicht nur die Krankenkassen hoffen. Deutschland weist heute im Vergleich zu anderen Ländern eine höhere Bettenzahl je 1.000 Einwohner sowie längere Verweildauern im Krankenhaus auf. Befürchtungen, es werde zu einem dramatischen Bettenabbau und der Schließung vieler Häuser kommen, werden seitens des BMG als wenig realistisch angesehen. Künftig ist eine stärkere Spezialisierung der Krankenhäuser zu erwarten, die Behandlungsqualität könnte weiter optimiert werden. Effizientes Controlling wird unverzichtbar - Krankenhäuser, die sich nicht rechtzeitig auf die neue Situation einstellen und das nötige Werkzeug, z. B. eine moderne Krankenhaus-EDV, beschaffen, gehören, so Experten, zu den Verlierern. Ein offensives Qualitätsmanagement sowie Qualitäts- und Leistungsvergleiche mit anderen Häusern werden wichtige Instrumente sein, um die eigene Position im Wettbewerb um Marktanteile zu stärken. Und das gilt nach Auffassung der KKH auch gegenüber den Patienten als Kunden. Denn diese wissen künftig besser über Versorgungs- und Betreuungsangebote Bescheid. Das neue Entgeltsystem mit seinen an Durchschnittskosten orientierten Fallpauschalen sorgt für eine deutlich höhere Transparenz des Leistungsgeschehens. Die Entwicklung evidenzbasierter medizinischer Leitlinien dürfte für die Qualitätssicherung gerade auch in der stationären Versorgung sehr hilfreich sein, wie seitens der KKH hervorgehoben wird. ots Originaltext: KKH Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de KKH-Pressestelle, Karl-Wiechert-Allee 61, 30625 Hannover, Tel. (05 11) 28 02-23 30/31 - Telefax (05 11) 28 02-23 99 - Internet: www.kkh.de - E-Mail: presse@kkh.de - Auskünfte und weitere Informationen: Michael Rohr, Wolfgang Michall - Abdruck honorarfrei - Für Übersendung eines Belegexemplars wären wir dankbar. Original-Content von: Kaufmännische Krankenkasse - KKH, übermittelt durch news aktuell

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