Kaufmännische Krankenkasse - KKH

KKH strikt gegen Verringerung der Kassenbeiträge für Bezieher von Arbeitslosenhilfe
Änderung beim Risikoausgleich in der GKV verlangt

Halle/Saale (ots) - Entschieden zurückgewiesen hat KKH-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit Überlegungen des Bundesarbeitsministers, die Krankenkassenbeiträge für Bezieher von Arbeitslosenhilfe zu senken. Kailuweit wandte sich in Halle/Saale, dem Gründungsort der Kaufmännischen Krankenkasse, strikt gegen eine Entlastung des Bundeshaushalts auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Sollten die Arbeitsämter in Zukunft für Arbeitslosenhilfebezieher nicht mehr Beiträge auf der Basis von 80 Prozent des früheren Bruttolohns, sondern nur noch von etwa 50 Prozent des früheren Nettoentgelts zahlen, drohten den Krankenkassen Einnahmenausfälle in Milliardenhöhe. Die Beitragssätze gerieten auf breiter Front, kaum dass die Gesundheitsreform 2000 zu greifen beginne, erneut unter Druck. Bei langfristig sinkendem Rentenniveau - wie nach dem Rentenkonsensgespräch in dieser Woche bereits absehbar - ergebe sich ohnehin eine nicht unerhebliche Schmälerung der Finanzbasis der Krankenkassen. KKH-Chef Kailuweit forderte die politisch Verantwortlichen auf, sorgfältiger als bisher auf Wechselwirkungen zwischen den öffentlichen Etats und den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung zu achten. Die unselige Tradition der Verschiebebahnhöfe sollte schnellstens ein Ende finden. Kailuweit, der in Halle von Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler begrüßt worden war, kündigte den weiteren Ausbau der Beratungsleistungen durch die KKH an. Die mit rd. 2,2 Mio. Versicherten viertgrößte bundesweite Krankenkasse werde sich künftig noch gezielter an den Bedürfnissen der Versicherten orientieren, um Patienten durch den "Dschungel des Gesundheitswesens" zu leiten. Der Patient solle zunehmend als "kundiger Kunde" gesehen werden, denn er sei ein wichtiger Coproduzent von Gesundheit. Hinweise der Versicherten könnten dem Qualitätsmanagement wertvolle Tipps geben, hob Kailuweit hervor. Es gelte, die Versicherten dabei zu unterstützen, mehr als bisher selbst mitzureden und mitzuentscheiden. Die Versicherten sollten auch stärker über Behandlungsalternativen Bescheid wissen. Dem zunehmenden Kostendruck will die KKH durch effizientes, betriebswirtschaftlich durchdachtes Handeln entgegenwirken und dabei auch mit innovativen Dienstleistern kooperieren. Bürokratisches Verwaltungsdenken sei passé. Kailuweit: "Langfristig bringen uns nur verbesserte Behandlungsergebnisse unserer Versicherten und die Verhinderung der Entstehung von Krankheiten weiter." Nur eine kompetente Krankenkasse könne dafür Sorge tragen, dass Defizite im Gesundheitswesen beseitigt werden. Deshalb habe die KKH auch ihre Aktivitäten im Bereich Vorsorge und Prävention neu belebt. So wurde unlängst u. a. der Zuschuss bei ambulanten Vorsorgeleistungen für chronisch kranke Kleinkinder verdoppelt. Mit Blick auf die laufende Diskussion um die künftige Struktur des Gesundheitssystems wies der Vorstandsvorsitzende vor Journalisten in Halle auf den angesichts ungleicher Wettbewerbsbedingungen dringenden Reformbedarf in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hin. Die Sonderrechte für Betriebs- und Innungskrankenkassen sollten abgeschafft werden. Es könne nicht länger angehen, dass Neugründungen von BKKn - die sich öffnen dürfen, aber nicht müssen - immer wieder zu problematischen Risikoselektionen führen. Auch plädiere die KKH für eine Novellierung des Risikostrukturausgleichs (RSA) zwischen den Krankenkassen. Das Transfervolumen im RSA sei in nur vier Jahren um 37 Prozent auf 23,5 Mrd. DM (1999) gestiegen. Insbesondere die Ersatzkassen seien als zahlende Kassen einer ständigen Überforderung ausgesetzt. - - Abdruck honorarfrei - Für Übersendung eines Belegexemplars wä-ren wir dankbar. ots Originaltext: Kaufmännische Krankenkasse - KKH Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Auskünfte und weitere Informationen: KKH-Pressestelle Karl-Wiechert-Allee 61 30625 Hannover Tel. (05 11) 28 02-23 30/31 Telefax (05 11) 28 02-23 99 Internet: www.kkh.de Auskünfte und weitere Informationen: Michael Rohr, Wolfgang Michall Original-Content von: Kaufmännische Krankenkasse - KKH, übermittelt durch news aktuell

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