Kaufmännische Krankenkasse - KKH

KKH sieht Solidarfunktion der gesetzlichen Krankenversicherung in Gefahr
Errichtungsstopp für Betriebskrankenkassen gefordert

Mainz/Hannover (ots) - Vor einer Spaltung der sozialen Krankenversicherung in Versorgungskassen für kranke und alte Menschen sowie Gutverdiener-Kassen für Junge und Gesunde warnt die Kaufmännische Krankenkasse - KKH. In der gesetzlichen Krankenversicherung sei ein neues Solidaritätsproblem entstanden, das sich zunehmend verschärfe und die solidarische Grundlage der GKV zu zerstören drohe. Die auf den ersten Blick positiv erscheinende Bilanz der Betriebskrankenkassen für 1999 sei nichts anderes als das Eingeständnis einer konsequent betriebenen Risikoselektion, kritisierte die KKH anlässlich der Tagung ihres Verwaltungsrates am Wochenende in Mainz. Vor allem aufgrund ungleicher Wettbewerbsbedingungen wechselten 1999 viele jüngere, gesunde und gut verdienende Versicherte zu den Betriebskrankenkassen, die somit sinkende Leistungsausgaben und steigende Einnahmen verzeichnen konnten. Bei den Versorgungskassen, den Ersatzkassen und den AOKn, gehe die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung, bedingt durch eine deutliche Leistungsverdichtung sowie stagnierende Einnahmen. KKH-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit forderte den Gesetzgeber auf, die Sonderrechte für Betriebs- und Innungskrankenkassen abzuschaffen, um Risikoselektion in Zukunft konsequent zu unterbinden. Es könne nicht länger angehen, dass Neugründungen von Betriebskrankenkassen - die sich öffnen dürfen, aber nicht müssen - immer wieder zu problematischen Risikoselektionen führen. Das immer noch bestehende einseitige Recht der Betriebskrankenkassen zur Öffnung, Schließung und Fusion müsse spätestens im Rahmen der anstehenden Organisationsreform sein Ende finden. Zwar habe das Bundesgesundheitsministerium ausdrücklich zur Entsolidarisierung durch die Betriebskrankenkassen Stellung bezogen und erklärt, es sei endlich an der Zeit, wettbewerbliche Strategien der Risikoselektion dauerhaft auszuschließen. Doch gerade beim größeren Koalitionspartner, der SPD, scheine das Problem Betriebskrankenkassen noch nicht in vollem Umfang erkannt worden zu sein, kritisierte die KKH. Kailuweit: "Und deshalb fordern wir die SPD auf, in Übereinstimmung mit der eigenen Programmatik im Hinblick auf eine solidarische und soziale Krankenversicherung endlich konsequent für einen Errichtungs- und einen Ausdehnungsstopp auf weitere Betriebe einzutreten." Außerdem sei die Öffnungsoption für BKKn abzuschaffen, und es müsse die Personalkostenübernahme durch den Trägerbetrieb entfallen. Der Entsolidarisierung in der gesetzlichen Krankenversicherung müsse ein Ende gesetzt werden. Vorstand und Verwaltungsrat der Kasse forderten daneben eine Novellierung des Risikostrukturausgleichs (RSA) zwischen den Kassen. In den letzten Jahren sei es zu gravierenden Fehlsteuerungen gekommen. So habe sich das Transfervolumen im RSA von 1995 bis 1998 von 17,5 auf 21,5 Mrd. DM erhöht, ein Plus von rd. 25 Prozent in nur drei Jahren. Insbesondere die Ersatzkassen sehen sich dabei als Zahlerkassen im RSA einer ständigen Überforderung ausgesetzt, wie die KKH betont. Der RSA begünstige ordnungspolitische Fehlentwicklungen, wobei auf die virtuellen Betriebskrankenkassen hinzuweisen sei. Sie erhielten im RSA deutlich höhere Ausgaben angerechnet, als angesichts des günstigen Leistungsrisikos dieser Kassen gerechtfertigt sei. Besonders niedrige Leistungsausgaben aufgrund einer günstigen Versichertenstruktur sollten deshalb künftig nur noch in stark abgeschwächter Form im RSA Berücksichtigung finden, schlägt die KKH vor. Der Verwaltungsrat beschloss eine Reihe von Satzungsänderungen. Von 15 auf 30 DM täglich verdoppelt die KKH den Zuschuss bei ambulanten Vorsorgeleistungen für chronisch kranke Kleinkinder. Die Kasse schöpft damit den vom Gesetzgeber mit der Gesundheitsreform 2000 eingeräumten Spielraum zugunsten ihrer Versicherten voll aus. Auch in der jetzt wieder möglichen Gesundheitsförderung, so z. B. bei Stressbewältigung, Ernährungsberatung und Suchtprophylaxe, will sich die KKH im Sinne einer stärker präventiv ausgerichteten Gesundheitsversorgung vermehrt engagieren. - Abdruck honorarfrei - Für Übersendung eines Belegexemplars wären wir dankbar. ots Originaltext: KKH Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de KKH-Pressestelle Tel. (05 11) 28 02-23 30/31 Telefax (05 11) 28 02-23 99 E-Mail: Service@KKH.e-mail.com Auskünfte und weitere Informationen: Michael Rohr, Wolfgang Michall Original-Content von: Kaufmännische Krankenkasse - KKH, übermittelt durch news aktuell

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