Kaufmännische Krankenkasse - KKH

KKH unterstützt Hilfen für Demenzkranke durch die Pflegekassen
Gegenfinanzierung muss gesichert werden

    Hannover (ots) - Die Kaufmännische Krankenkasse - KKH unterstützt
die Pläne von Gesundheitsministerin Andrea Fischer, die Leistungen
der sozialen Pflegeversicherung auszuweiten. Danach sollen
altersverwirrte Menschen, die zu Hause gepflegt werden, einen Tag in
der Woche Tages- oder Nachtpflege beanspruchen können.
KKH-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit bezeichnete die Initiative
des BMG als grundsätzlich positiv, erwartet aber gleichzeitig eine
Finanzstärkung im Pflegebereich. Die Pflegekassen haben im
vergangenen Jahr erstmals einen Ausgabenüberschuss, und zwar in Höhe
von 74 Mio. DM, verzeichnet. Nach Schätzungen des
Bundesversicherungsamtes wird sich das Defizit im Jahr 2000 deutlich
erhöhen. Durch Zusatzleistungen zugunsten von rd. 130.000
leistungsberechtigten Demenzkranken würde sich der negative
Finanztrend noch verstärken.
    
    Als fatale Fehlentscheidung hat sich nach den Worten Kailuweits
die von der Bundesregierung beschlossene Herabsetzung der Höhe der
Zahlungen der Arbeitsämter für Arbeitslose in die Pflegeversicherung
erwiesen. Seit Jahresanfang werden die Beiträge aus der
Arbeitslosenhilfe auf der Grundlage des tatsächlichen Zahlbetrages
und nicht mehr, wie vorher, auf der Grundlage von 80 Prozent des
früheren Bruttoentgelts berechnet. Das führt bei den Pflegekassen
Jahr für Jahr zu einem Einnahmenverlust in Höhe von rd. 400 Mio. DM.
    
    Kailuweit appellierte an die politisch Verantwortlichen, den
Bundesetat nicht länger zu Lasten der Pflegeversicherung zu
entlasten. Wie in der Krankenversicherung müssten in Zukunft auch
wieder in der Pflegeversicherung Beiträge aus der Arbeitslosenhilfe
auf der Grundlage von 80 Prozent des früheren Bruttoentgelts
berechnet werden. Erst dann bestehe eine echte Chance, zielgerichtete
pflegerische Verbesserungen bei stabilen Beiträgen finanzieren zu
können. (25.2.2000)
    
ots Originaltext: KKH
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