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Merkel: Deutschland braucht eine politische Nachwuchsinitiative

Berlin (ots) - Anlässlich ihres Besuchs auf der Computermesse CeBIT am Samstag, dem 24. März 2001, erklärt die CDU-Vorsitzende Dr. Angela Merkel: Deutschland steht vor einer Nachwuchskrise. Die offenkundigen Fachkräfteprobleme der IT-Branche sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Schon in wenigen Jahren werden sich in vielen Bereichen die Unternehmen um die wenigen Stellenbewerber regelrecht reißen. Dieses Thema geht die gesamte Gesellschaft an, weil es über die Zukunftsfähigkeit unseres Landes entscheidet. Alle müssen ihren Beitrag leisten: Unternehmer und Arbeitnehmer, Lehrer, Ausbilder und Professoren, Schüler, Studenten und Eltern. Auch die Politik ist aufgefordert, frühzeitig zu handeln. Aber wieder einmal versucht der Bundeskanzler, mit der unausgegorenen "Green-Card"-Lösung vor der wirklichen Problematik abzulenken. Denn für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes ist ein umfassender Ansatz notwendig. Wir brauchen in Deutschland jetzt eine politische Nachwuchsinitiative. Hierbei kommt es vor allem auf fünf Punkte an: 1. In der Bildungspolitik müssen wir bei den Reformen schneller voran-kommen. Das Leistungsgefälle, insbesondere bei Mathematik und Natur-wissenschaften, ist groß zwischen den Bundesländern. Wer in Baden-Württemberg oder Bayern heute zur Schule geht, hat deutlich bessere Karten für seine Zukunft als Gleichaltrige in Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen. Der wichtigste Ansatzpunkt für mehr Qualität ist mehr Wettbewerb zwischen den Bundesländern und den Bildungseinrichtungen. Das setzt regelmäßige und aussagefähige Vergleiche voraus. Sie müssen zu einer Selbstverständlichkeit werden, denn gerade in der Bildungspolitik kommt es nicht auf die Absichten und die Ankündigungen, sondern auf die Ergebnisse an. 2. In der Forschungspolitik müssen die Weichen dafür gestellt werden, dass unser Land für die besten Köpfe in der Welt interessanter wird. Eine Förderung mit der Gieskanne kann das nicht leisten. Wir brauchen mehr Profilierung der Regionen in Deutschland. Das Stichwort sind Kompetenz-zentren, in denen Wirtschaft und Wissenschaft in einem Technologiebereich ihre Kräfte bündeln und damit besondere Ausstrahlung im internationalen Wettbewerb gewinnen. Beispiele dafür sind die Chipregion Dresden, die Investitionsentscheidungen für Frankfurt an der Oder oder die Bioregionen in Deutschland. 3. Deutschland fehlen im Vergleich zum Durchschnitt der OECD-Länder 200.000 Selbständige. Diese Lücke zu schließen, ist auch eine Aufgabe der Steuerpolitik. Verfehlt ist eine Steuerreform, die vor allem die großen Kapitalgesellschaften, nicht aber die Existenzgründer und mittlere Unter-nehmen entlastet. Durch Nachbesserungen in der Steuerpolitik und den Abbau von bürokratischen Regelungen müssen die kleinen und mittleren Unternehmen wieder mehr Freiheit und Entwicklungschancen erhalten. 4. Die nächsten Jahre müssen einen Durchbruch bei der Familienpolitik bringen. Das gilt insbesondere für eine verbesserte direkte Förderung von Familien mit Kindern. Vorrang für Familien bedeutet aber auch eine stärkere Anerkennung von Erziehungsleistungen bei der Rente. Es kann daher nicht angehen, dass Frauen die Verlierer der Rentenreform von Rot/Grün sind. Die Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf wird ein Megathema der kommenden Jahre sein. Diese Probleme lassen sich nicht in erster Linie mit staatlichen Vorschriften lösen. Umso bedauerlicher ist es, dass von der Bundesregierung in solchen Zukunftsthemen keine Impulse ausgehen, etwa im Zusammenhang mit dem Bündnis für Arbeit. 5. Die Zukunft ist kein Thema der Jungen alleine. Wir brauchen eine Trendwende im Umgang mit dem Erfahrungspotential und der Lernbereitschaft älterer Arbeitnehmer. Es ist menschlich und wirtschaftlich ein Irrweg, Menschen die ihr Bestes geben wollen, zum alten Eisen zu stempeln. Deshalb muss, stärker als bislang, die Weiterbildung ein Gegenstand innovativer Tarifpolitik sein. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stehen wir vor einer Richtungsentscheidung: Gelingt es uns, die Chance zur Erneuerung unseres Landes anzunehmen und in vielen Bereichen wieder einen Vorsprung für Deutschland zu erarbeiten? In diesen Wochen bereiten sich viele junge Menschen in Deutschland auf ihre schulische Abschlussprüfung vor. Ich appelliere an diese jungen Menschen, noch stärker als sie es bisher getan haben, naturwissenschaftlich-technische Ausbildungen und Studiengänge in Betracht zu ziehen. Und ich bitte Eltern und Lehrer, zu solchen Entscheidungen Mut zu machen. ots Originaltext: CDU Deutschlands Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: CDU-Pressestelle Tel. 030/22 070 141 - 144 Fax 030/22 070 145 Internet: http://www.cdu.de Original-Content von: CDU Deutschlands, übermittelt durch news aktuell

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