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Nachwuchssorgen in der IT: Bewerberlücke nicht zu schließen

    Hamburg (ots) - Die deutsche IT-Branche wird ihre Nachwuchssorgen nicht los. Rund 60 Prozent der führenden IT-Unternehmen suchen gezielt nach Berufseinsteigern. Besonders groß ist der Bedarf im Sü-den und Westen der Republik. Etwa jedes zweite Jobangebot kommt aus Bayern oder Baden-Württemberg. Ganz weit vorn auf der Wunschliste der Unternehmen stehen dabei Fachkräfte aus der Anwendungsentwicklung und der IT-Beratung. Die Folge der anhaltenden Personalmi-sere: Mehr als die Hälfte der deutschen IT-Firmen wird in ihren Geschäften ausgebremst. Trotzdem ist der Fachkräftemangel kein Freibrief für Jobsuchende. Die untersuchten Unter-nehmen haben klare Anforderungen an das Fachwissen ihrer Bewerber: Jede zweite Stellenan-zeige erfordert Java-Kenntnisse, jede dritte Erfahrungen mit Datenbanken. BWL-Kenntnisse werden in 47 Prozent der Anzeigen verlangt. Das sind Ergebnisse aus der Studie "IT-Jobscout 2008" des Beratungs- und Softwarehauses PPI AG, für die 429 Stellenan-zeigen der 100 größten deutschen IT-Unternehmen im Frühjahr 2008 ausgewertet wurden.

    Jobeinsteiger mit dem Schwerpunkt Softwareentwicklung sind dabei die großen Gewinner des letzten Jahres. Für sie stieg die Anzahl der Jobofferten um mehr als 25 Prozent. Aktuell entfallen 38 Prozent der ausgeschriebenen Stellen bei den führenden deutschen IT-Unternehmen auf diesen Tätigkeits-schwerpunkt. Ebenfalls heiß begehrt sind Absolventen für die IT-Beratung. Mehr als ein Drittel der Stellenangebote richten sich an Bewerber mit entsprechenden Zielen und Qualifikationen.

    Damit spiegelt die Verteilung der Jobanzeigen entlang der verschiedenen Einsatzgebiete recht genau die wirtschaftliche Situation innerhalb der IT-Branche wider. Denn nach Angaben des Branchenver-bands BITKOM werden in diesem Jahr vor allem die Softwareanbieter und die IT-Dienstleister ein kräftiges Umsatzplus einfahren. Dafür werden dringend neue Mitarbeiter benötigt. Schlechte Jobaus-sichten bestehen hingegen bei Herstellern von Endgeräten sowie Produzenten von Netzwerktechnik. Sie bewerten ihre Wachstumssaussichten eher zurückhaltend und suchen dementsprechend seltener neues Personal. Auf die Hardewareentwicklung entfallen zum Beispiel nur drei Prozent aller ausge-schriebenen Stellen. Im Qualitätsmanagement sind es ebenfalls nur drei Prozent. Schlusslicht ist der IT-Vertrieb mit gerade einmal einem Prozent der offenen Jobs. Hinzu kommt: In allen drei Arbeitsfel-dern ist die Entwicklung der Stellenangebote gegenüber dem Vorjahr sogar rückläufig.

    Unabhängig vom jeweiligen Fachgebiet wird auf dem IT-Arbeitsmarkt von den Berufseinsteigern immer häufiger der Spagat zwischen spezialisiertem Fachwissen und übergreifenden Allrounder-Fähigkeiten gefordert. Die Zeit der introvertierten Technik-Experten ist eindeutig vorbei. Gefragt ist vielmehr möglichst breites Wissen und der Blick über den fachlichen Tellerrand. So wird zum Beispiel nur in vier Prozent der Jobangebote ein konkreter Studienschwerpunkt, wie etwa Accounting, Controlling oder Regelungstechnik, verlangt. Überhaupt ist ein reines Informatik-Studium häufig kein Muss. Jeweils rund ein Viertel der Stellenanzeigen rufen explizit Betriebswirte und Ingenieure zur Bewerbung auf. Dabei zeigt sich, dass betriebswirtschaftliche Kenntnisse ein wichtiger Türöffner in der IT-Branche sind. Knapp die Hälfte der untersuchten Stellenanzeigen setzen beim IT-Nachwuchs derartiges Know-how voraus - unabhängig davon, was die Bewerber vorher studiert oder gelernt haben. Selbst 42 Prozent der Jobofferten, die sich an reine Informatik-Absolventen richten, fordern BWL-Kenntnisse ein.

    Übergreifende Querschnittsfähigkeiten reichen allerdings für die Mehrzahl der ausgeschriebenen Positionen nicht aus. Bewerber müssen zusätzliches Fachwissen vorweisen. So stieg zum Beispiel die Zahl der Stellenanzeigen, die spezielles Methodenwissen einfordern, gegenüber dem Vorjahr an und liegt aktuell bei rund 60 Prozent. Jobangebote, in denen konkrete Programmiersprachen verlangt werden, haben ebenfalls zugenommen. In mehr als jeder zweiten Stellenanzeige sind Programmierkenntnisse inzwischen Pflichtbestandteil des Anforderungsprofils. Ist spezielles Fachwissen gefragt, sind die Jobaussichten für Datenbank-Experten am größten. In mehr als jeder dritten Anzeige wünschen sich die IT-Firmen Kenntnisse in diesem Bereich - mit steigender Tendenz. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der Jobangebote für Datenbankprofis um rund 25 Prozent zu. Daneben können Nachwuchskräfte auch mit Fachwissen aus den Bereichen Java, C++ und UML punkten.

    Neben diesem fachlichen Know-how, wünschen sich die IT-Unternehmen zudem sozialkompetente Berufseinsteiger. In nahezu allen untersuchten Stellenanzeigen (95 Prozent) werden Soft-Skills von den Bewerbern verlangt. Ohne ein entsprechendes Maß an Sozialkompetenz haben IT-Einsteiger demnach schlechte Aussichten auf ihre Wunschposition. Gefragt ist vor allem Teamgeist. Personaler fordern in 73 Prozent der Jobangebote diese Eigenschaft explizit ein. Das gilt selbst für Anwendungsentwickler. Auch in diesem Tätigkeitsfeld wird in drei von vier Stellenanzeigen ausgeprägte Teamfähigkeit verlangt. An zweiter und dritter Stelle wünschen sich Unternehmen eine hohe Kommunikationsbereitschaft (55 Prozent) und eine ausgeprägte Kunden- und Serviceorientierung (45 Prozent).

Hintergrundinformationen Der "IT-Jobscout Mai 2008" zeigt Trends bei den Anforderungen an Studenten und Absolventen auf, die sowohl bei der Gestaltung des Studiums, als auch bei der Suche nach einem Job wertvolle Orien-tierungshilfe leisten. Hierfür wurden im April und Mai 2008 insgesamt 429 Online-Stellenangebote der deutschen Top-100-Großunternehmen der IT-Branche mit mehr als 750 Beschäftigten analysiert. Ge-genstand der Untersuchung waren Job-Angebote, die sich an Einsteiger mit Hochschul- oder Fach-hochschulabschluss oder mit höchstens zwei Jahren Berufserfahrung richten. Dabei liefert besonders der Vergleich mit Resultaten aus dem IT-Jobscout aus dem Vorjahr interessante Ergebnisse.

PPI Aktiengesellschaft Die PPI Aktiengesellschaft ist seit über 20 Jahren an den Standorten Hamburg, Kiel und Frankfurt er-folgreich für die Finanzbranche tätig. 2007 erwirtschaftete das Unternehmen mit seinen 236 Mitarbei-tern über 30,5 Millionen Euro Umsatz in den drei Geschäftsfeldern Consulting, Software Factory und Electronic-Banking-Produkte. Im E-Banking liegt der Schwerpunkt auf sicheren und wirtschaftlichen Standardprodukten für die Kommunikation zwischen Firmenkunden beziehungsweise Privatkunden und ihrer Bank. In der Software-Entwicklung stellt PPI durch professionelle und verlässliche Vorge-hensweise eine hohe Qualität der Ergebnisse und absolute Budgettreue sicher. Das Consulting-Angebot erstreckt sich von der strategischen über die bankfachliche bis zur IT-Beratung.

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