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Interview mit Stephan Lamby für phoenix von Katja Heins

Bonn (ots) - Was war Ihre Intention, mit der Sie an die Dokumentation herangegangen sind?

Wir wollten in einer sich ändernden politischen Stimmung im Winter 2015/16 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise Politiker und Journalisten beobachten und herausfinden, wie sich die Art und Weise, mit der Öffentlichkeit hergestellt wird, verändert. Durch digitale Informationen, durch soziale Medien, auch Fake News und Verschwörungstheorien. Wir haben eine Veränderung des politischen Klimas gespürt und der Verdacht war, dass dies von langer Dauer sein würde.

Was war für Sie der wichtigste Moment?

Die Brexit-Nacht wird auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. Denn kaum einer ging ernsthaft davon aus, dass die Briten diese Entscheidung treffen würden. Gleichzeitig öffnete dieser Moment die Augen für das, was gerade in der Welt passiert - und auch dafür, wie Meinungen in der Öffentlichkeit gebildet werden.

Was ist für Sie die wichtigste Erkenntnis in dem Film?

Wenn man sich die großen Ereignisse des vergangenen Jahres anschaut, also den Brexit, die Wahl von Trump, das Erstarken der AfD, das Attentat am Breitscheidplatz in Berlin, dann wird klar, wie anfällig die Öffentlichkeit geworden ist. Vor zehn, 15 Jahren war der Medienmarkt noch halbwegs geordnet. Das hat sich dramatisch verändert, auch durch soziale Medien. In ihnen steckt gleichermaßen Gefahr wie Chance.

Journalisten werden zunehmend als Lügenpresse bezeichnet. Nun berichten Sie als Journalist über Ihre eigene Branche und die Veränderungen in der Kommunikation. Ist es Ihnen schwer gefallen, Distanz zu wahren?

Ich habe die Journalisten nicht anders behandelt als die Politiker. Interessant ist, dass wir uns alle in dem Jahr, in dem wir gedreht haben, Fehleinschätzungen geleistet haben. Ich finde es wichtig, zu zeigen, wie diese Fehler entstehen und sie auch öffentlich zu korrigieren.

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