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EU-Vize-Parlamentspräsident Graf Lambsdorff verteidigt Draghis Niedrigzinspolitik

Brüssel/Bonn (ots) - Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, hat angesichts des Besuchs des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, im Deutschen Bundestag dessen Geldpolitik verteidigt. "Man kann dies ökonomisch nicht kritisieren, obwohl es im Norden Europas sicherlich schwierig ist", erklärte der FDP-Politiker dem Fernsehsender phoenix. Allerdings seien die wirtschaftlichen Verhältnisse und insbesondere die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den südlichen EU-Mitgliedsländern nach wie vor sehr schwierig. "Und deshalb muss man bei der Niedrigzinspolitik den europäischen Blick haben", so das Mitglied des Europäischen Parlaments. Den Kauf von Firmenanteilen, wie dies die EZB als weitere Stützungsmaßnahme praktiziere, lehnten die Liberalen als unzulässigen Eingriff ins Finanzsystem ab.

Wenig Zuversicht verbreitete Graf Lambsdorff hinsichtlich des heute anstehenden Gesprächs von Kanzlerin Merkel, Frankreichs Staatspräsident Hollande, EU-Kommissionspräsident Juncker und 20 Vorstandsvorsitzenden führender europäischer Unternehmen, die dem European Round Table of Industrialists (ERT) angehören. Gemeinsam will man aktuelle Fragen wirtschaftlicher Zusammenarbeit in Europa erörtern. "Das werden wieder schöne Erklärungen sein, aber meine Erwartungen, dass dabei etwas herauskommt, sind sehr gering", so Lambsdorff. Gerade bei der Digitalisierung der Wirtschaft, über die bei dem Treffen gesprochen werden soll, lägen die EU und auch Deutschland weit zurück.

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