PHOENIX

PROGRAMMHINWEIS
Sommerprogramm
Freitag, 17. August 2001

Bonn (ots) - 9.00 Uhr Tante Emma auf Rädern Mit einem Lebensmittelwagen durch den Ruhrpott Seine Runde ist immer die Gleiche: montags Gelsenkirchen, dienstags Bottrop, mittwochs Dortmund. Seit zwei Jahrzehnten ist Wolfgang Vocken mit seinem rollenden Tante-Emma-Laden unterwegs. Seine Kunden sind kleine Leute aus dem Ruhrpott, die keine oberschlauen Preisvergleiche machen und denen Aldi zu anonym ist. Der Film begleitet Wolfgang Vocken auf seiner "Tour de Ruhr" und fängt Alltags- und Lebensgeschichten der einfachen Leute aus dem Pott ein. Film von Rita Knobel-Ulrich (2000) 10.45 Uhr Entwicklung ist weiblich Indische Frauen verändern ihre Welt Im Süden Indiens gibt es Dörfer, in denen bis zu 80 Prozent aller neu geborenen Mädchen ermordet werden - weil sie Mädchen sind! Die Jahresstatistik einer Abtreibungsklinik in Bombay sieht so aus: 100 abgetriebene männliche Babies, aber 6.900 weibliche. Im Bundesstaat Andhra Pradesh gibt es 25.000 Tempelprostituierte. Die Mädchen werden der Göttin geweiht und müssen vom 13. Lebensjahr an Männern sexuell zu Diensten sein. Die Polizeistatistik zählt jährlich 7.000 Mitgiftmorde. Indische Frauen versuchen nun, ihre Welt zu verändern. Dabei werden die Frauengruppen, die für das Ende der Diskriminierung kämpfen, von der deutschen Andheri-Hilfe unterstützt. Seit über 15 Jahren ist die Bonner Hilfsorganisation der ehemaligen Religionslehrerin Rosi Gollmann in dort aktiv. Franz Alts Reportage zeigt, was bisher erreicht wurde und welche Ziele die Andheri-Hilfe noch verfolgt. Film von Franz Alt (2001) 13.00 Uhr La Palma Spanien im Atlantik Die zu Spanien gehörende kanarische Insel La Palma könnte auch La Banana heißen. Hunderte Bananenplantagen überziehen die Küste des Eilandes, zum Schutz gegen den Wind teilweise in Plastik gepackt. Dennoch ist La Palma von kaum vergleichbarer Schönheit. Der Film zeigt eine Insel der Vulkane und erstarrten Lavaströme mit dichten Lorbeerwäldern und einem der größten Vulkankrater der Welt. La Palma ist ein ausgezeichneter Tipp für Wanderer und Naturliebhaber. Wer das Abenteuer sucht, kann es hier finden. Manche der gut beschriebenen Wanderwege führen durch stockdustere Tunnel und an gemauerten Wasserleitungen entlang, die in schwindelerregender Höhe an die Berge geklebt zu sein scheinen. Film von Ralf Gierkes (1996) 14.45 Uhr PHOENIX - Thema: Sydney 2000 - Die Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele fotos über www.ard-foto.de PHOENIX-Reihe: 40 Jahre Mauerbau Zeitgeschichte 19.15 Uhr Entführung aus Liebe Protokoll einer DDR-Flucht Im August 1978 entführen zwei DDR-Bürger eine polnische Passagiermaschine auf dem flug von Danzig nach Berlin-Schönefeld und zwingen den Piloten zur Landung in Tempelhof. Das Motiv dieser spektakulären Aktion: Liebe. Unter den beiden Entführern ist eine junge Ostdeutsche, die sich in einen Westdeutschen verliebt hat und zu ihm gelangen möchte. Ihre Flucht mit gefälschten Papieren über Polen ist missglückt, der Fluchthelfer von der Staatssicherheit festgenommen und in Haft. Die Entführung aus Liebe beschäftigte damals die Öffentlichkeit, die Medien und sogar die Politik. Es kommt zu diplomatischen Verwicklungen, die beiden Flugzeugentführer werden in Berlin vor ein US-amerikanisches Gericht gestellt, aber nur zu sehr milden Strafen verurteilt. Ein einmaliger Vorgang in der Justizgeschichte. Der Film von Margit Geßner und Thomas Donker rekonstruiert die Flugzeugentführung. Zu Wort kommen die Beteiligten, Passagiere, die vor der Entscheidung standen, in Westberlin zu bleiben oder nach Ostberlin zurückzukehren, sowie die Verantwortlichen des Prozesses - auch der amerikanische Richter, der das milde Urteil aussprach. Film von Thomas Donker und Margit Geßner (1999) Highlights zur Geschichte und Zeitgeschichte 20.15 Uhr Freya von Moltke Von Kreisau nach Krzyzowa Freya von Moltke lebt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ihr Leben bleibt untrennbar verbunden mit dem Kreisauer Kreis, einer wichtigen Gruppierung des Widerstands gegen das Hitler-Regime. "Wir werden gehenkt, weil wir zusammen gedacht haben", schrieb Helmuth James von Moltke im Januar 1945 aus dem Gefängnis Tegel an seine Frau Freya. Im Juni 1998 wurde das wiederaufgebaute ehemalige Moltke-Schloss Kreisau in Schlesien durch den polnischen Ministerpräsidenten Buzak und den damaligen Bundeskanzler Kohl als Internationale Jugendbegegnungsstätte Krzyzowa eröffnet. In dieser Dokumentation berichtet Freya von Moltke über den schwierigen Weg von Kreisau nach Krzyzowa. Film von Eberhard Görner (2000) 21.00 Uhr Die Holzmann-Story Aufstieg und Fall eines Weltkonzerns Ausgehend von der dramatischen Rettungsaktion des Bundeskanzlers Ende 1999 führt der Film zurück zu den Anfängen von Holzmann, erzählt die märchenhafte Geschichte von großen Bauwerken und visionären Männern, von Gründerzeit, politischer Schuld und Wirtschaftswunder. Mitarbeiter von heute erzählen von den Ereignissen rund um den Herbst 1999 und von ihrem Wir-Gefühl als "Holzmänner", ihrer Wut auf die Manager und ihrer Angst vor der Zukunft. Autorin Ulrike Bremer hat einen ehemaligen Zwangsarbeiter von Holzmann getroffen, mit dem neuen Vorstand gesprochen und sie war auf der größten Baustelle des Konzerns, dem Staudammprojekt Birecik in der Türkei. "Die Holzmann-Story" - ein hochaktuelles, brisantes und spannendes Kapitel deutscher Zeit- und Wirtschaftsgeschichte. Film von Ulrike Bremer (2000) 22.15 Uhr Nach Hitler - Radikale Rechte rüsten auf 3-teilige Reihe. 3. Teil: Verführer Teil 3 der Dokumentationsreihe rekonstruiert die Traditionslinien rechtsextremer Subkultur in Deutschland seit 1945. Und er blickt hinter die Kulissen einer Szene, die inzwischen Millionenumsätze macht. Die Geschichte des Rechtsextremismus ist auch die Geschichte ihrer Ideologen. In den fünfziger Jahren sind es noch Repräsentanten der braunen Diktatur, die in der rechtsextremen Szene für Furore sorgen. In der Wiking Jugend leben sie ihre verqueren Träume aus, bis diese 1994 verboten wird. In Zentren wie Hetendorf trifft man sich noch in den neunziger Jahren zu kruden altgermanischen Ritualen und zum rechtsradikalen Gedankenaustausch. Und alle Jahre wieder treffen sich die Ewig-Gestrigen am Grab von Rudolf Hess. Die Methoden rechter Verführer, Jugendliche zu locken, sind heute andere. Wenn Gerhard Frey es verstand, mit brauner Traditionsliteratur und Devotionalien ein Millionengeschäft zu machen, liefern heute scheinbar unpolitische Jungunternehmer den Jugendlichen Musik und Filme mit Inhalten, die Hass, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Nationalismus und Gewaltbereitschaft schüren. Rechtsrock, Zeitungen, nationalistische Radioprogramme und völkische Internetangebote haben Massenwirkung - und werden als Gefahr unterschätzt. Film von Jan Peter, Rainer Fromm und Yury Winterberg (2001) Im Anschluss an die Sendung um 23.00 Uhr Diskussion Moderation: Jürgen Engert PHOENIX reflektiert die dreiteilige Reihe zum Rechtsradikalismus in Deutschland in einer aktuellen Diskussion, die am 28. Juni im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig aufgezeichnet wurde. Hier diskutiert Jürgen Engert die Hintergründe des sozialen und politischen Phänomens und versucht mit seinen Gästen - Jan Peter, Autor der Dokumentation, MDR, Professor Gesine Schwan, Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder, Uta Leichsenring, Polizeipräsidentin Eberswalde, Professor Richard Schröder, Publizist und Theologe, Humboldt-Universität Berlin - Lösungsansätze zu finden. ots Originaltext: Phoenix Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Rückfragen: Tel: 0228/9584-193, e-mail:presse@phoenix.de Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

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