PHOENIX

PROGRAMMHINWEIS
Sonntag, 1. Juli 2001

Bonn (ots) - Glaubenswelten 9.30 Uhr Andere Länder, anderer Glaube Bei den Hutterern in Kanada. Vom einfachen Leben in der Prärie Die Hutterer, nach ihrem Gründer Jakob Hutterer benannt, sind nach einer langen Odyssee durch mehrere Länder Osteuropas schließlich in der Neuen Welt gelandet. Dort leben sie auf so genannten Bruderhöfen in den Prärien der USA und Kanadas. Sie sprechen ihren Dialekt aus der Reformationszeit, leben in Gütergemeinschaft und wahren ihre alten Traditionen - und sind doch erfolgreiche Landwirte und Handwerker. Dabei ist ihr Lebensstil höchst ungewöhnlich. Zwar haben Paare und Familien eigene Wohnungen, eine Küche gibt es dort jedoch nicht, denn gegessen wird gemeinsam. Gemeinsam wird auch die Arbeit organisiert, und die Güter des Bruderhofes gehören allen gemeinsam. Auf die Wahrung der Tradition und der strikten Orientierung an der Bibel achtet ein Prediger - geistiges Oberhaupt auf dem Bruderhof. Während der Dreharbeiten im Winter und Frühjahr entstanden beeindruckende Bilder von den Weihnachtsvorbereitungen der Hutterer in der tief verschneiten Prärie und dem Farmalltag im Frühjahr. Film von Wolfgang Wegner (1999) Zeitzeugen 13.00 Uhr Zeugen des Jahrhunderts Karl Dedecius im Gespräch mit Marta Kijowska Ende 1997, ls die Amtszeit von Karl Dedecius als Vorstand des Polen-Institutes auf der berühmten Mathildenhöhe in Darmstadt nach fast 20 Jahren zu Ende ging, diskutierten aus diesem Anlass der polnische Staatspräsident Aleksander Kwasniewski und der deutsche Bundespräsident Roman Herzog vor mehr als 1.200 Zuhörern über die Beziehungen beider Völker. Wenn heute polnische Dichter und Schriftsteller dem deutschen Publikum bekannt oder gar vertraut sind, so geht das zu einem Großteil auf das Wirken von Karl Dedecius zurück, der sich unermüdlich für die polnische Literatur eingesetzt hat. Karl Dedecius wurde am 20. Mai 1921 in Lóds/Polen geboren. Er wuchs in einer deutschstämmigen Familie zweisprachig auf. Nach dem Abitur in Lóds, nach Arbeits- und Kriegsdienst kehrte er 1950 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Er ließ sich in Weimar nieder, siedelte 1952 in die Bundesrepublik über und war von 1953 bis 1978 Angestellter der Allianz-Versicherung, zuletzt als Abteilungsleiter für Presse, Werbung und Ausbildung. Schon in den 50er Jahren begann er mit der Übersetzung polnischer Literatur ins Deutsche. Das literarische Wissen erwarb er sich im Selbststudium und übersetzte an die 100 Bücher aus dem Polnischen, Lyrik, Romane und Erzählungen. Mit zahlreichen Ehrungen bedacht, unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, gilt das Werk von Karl Dedecius als großer Beitrag für die deutsch-polnische Aussöhnung. Film (1999) 16.00 Uhr Die Heerstrasse Ein Bilderbuch Berliner Geschichte Der Name war Programm. "Die Heerstrasse", weit im Westen Berlins, wurde zur Kaiserzeit angelegt zum leichteren Truppentransport zu den Manövern bei Döberitz. Ausgehend vom früheren Reichskanzlerplatz (späteren Adolf Hitler- und heutigen Theodor Heuss-Platz), führt sie kilometerlang, breit und fast schnurgerade bis zur Stadtgrenze - und windet sich zugleich durch Tiefen und Untiefen der Berliner Geschichte eines ganzen Jahrhunderts. Wo heute das Bezirksamt Charlottenburg zu Hause ist, wurde einst Nazipropaganda zu Wochenschauen für Hitlerjugend und BdM verarbeitet. Nebenan in der Film- und Fernsehakademie und der Stiftung deutsche Kinemathek haben sich Studenten und Filmhistoriker anderen Traditionen des Kinos verpflichtet. Am Bahnhof Heerstraße kamen Hindenburg und Mussolini an, an den Havelbrücken verbluteten Tausende von Kindersoldaten beim "Endkampf" um Berlin. Doch auch alliierte Soldaten starben - viele liegen auf einem der drei Friedhöfe an der Heerstraße begraben, abgeschossen, noch bevor sie richtig gelebt hatten. Von der Freimaurerloge, die noch auf Friedrich den Großen zurückgeht, bis zu den Hobbyastronomen am ehemaligen Grenzübergang, von den Vorzügen des Courbusierhauses bis zum Spandauer Kriegsverbrechergefängnis, von den Drachenfliegern des Teufelsbergs bis zu den Golfern und Polospielern bei Dallgow - die Heerstraße ist wahrhaftig kein Kiez, aber genau so angefüllt mit Geschichten von gestern und heute, von Lebenden und Toten. Film von Angelika Kettelhack und Uli Gellermann (1999) 16.45 Uhr Berlin - Prenzlauer Berg Einer der interessantesten Bezirke der Hauptstadt ist der Prenzlauer Berg. Östlich des Zentrums gelegen zieht er Alt- und Neuberliner gleichsam an. Schon vor der Wende bot die marode Altbausubstanz der alternativen Szene Unterschlupf. Schnell entstand der "Mythos Prenzlauer Berg". Intellektuelle, Künstler und Studenten prägten den Bezirk. Man sprach sogar vom Montmartre Berlins. Nach dem Fall der Mauer wirkte dieses Image magnetisch auf Zuzügler, finanzkräftige Jugend und Szenepublikum. Ein rasanter Wandel setzte ein. Innerhalb von wenigen Jahren wechselte über die Hälfte der Bevölkerung, Trand-Kneipen schossen wie Pilze aus dem Boden, ein gründerzeitliches Wohnhaus nach dem anderen wird saniert. Der Prenzlauer Berg wurde zum beliebtesten Wohn- und Ausgehbezirk der Hauptstadt. Der Film zeigt diese Veränderungen, aber auch viel von dem ursprünglichen Charme des Bezirks. In Hinterhöfen und Plattenbauten, Industriedenkmalen und modernen Neubauten wird die Vergangenheit und Zukunft des Bezirks deutlich. Unbekannte und prominente Bewohner, wie Wolfgang Thierse, kommen zu Wort. Handwerker und Künstler, die den Bezirk prägten und prägen, werden ebenso vorgestellt wie Musiker, Multimedia-Agenturen und Architekten. Film von Felix Oehler (1999) 17.30 Uhr Berlinissimo Rund ums neue Kanzleramt Im April hat der Bundeskanzler seinen neuen Amtssitz an der Spree bezogen. Damit ist der politische Umzug von Bonn nach Berlin vollzogen. Seit dem Fall der Mauer vor über 11 Jahren wächst in der Mitte der Hauptstadt das neue deutsche Macht-Zentrum heran. Besucher zeigen sich vom neuen Regierungsviertel fasziniert, andere betrachten die monumentale Architektur aus Glas und Beton mit Skepsis. Viele Berliner blicken mit Stolz auf die neuen Giganten, andere hätten das Ganze lieber "eene Nummer kleena". Bundeskanzler Schröder fand mit Blick auf Helmut Kohl, den geistigen Planer der neuen Regierungszentrale, dass das Kanzleramt am Spreebogen "eine Dimension angenommen hat, die dem einen oder anderen Politiker gleichsam wie auf den Leib geschneidert sein mag". Das neue Berlin ist ein Schmelztiegel aus Moderne und Tradition. Da treffen sich das 300jährige Preußen und die rheinische Feierkultur Bonns, postsozialistische Nostalgie-Wallfahrer zu Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und schrille Partygänger im Techno-Unterground, Niederlassungen des reichen Standorts Deutschland und bittere Armut aus dem grenznahen Osten Europas. In einem feuilletonistischen Streifzug durch Berlin Mitte zeigen die Autoren Ansichtssachen aus der deutschen Metropole. Film von Markus Gross und Joachim Jauer (2001) Mein Ausland 18.00 Uhr Tabak, Fische, Maskentänze Alltagsgeschichten aus Malawi Das zentralafrikanische Ländchen Malawi lebt vom Tabak. Der wird auf gewaltigen Farmen ebenso angebaut wie in Vorgärten, und wenn er versteigert wird, fliegen die Einkäufer der großen Tabakkonzerne mit ihren Privatjets ein. Vom Tabakpreis hängt es weitgehend ab, wie es den zwölf Millionen Menschen in Malawi von einem Jahr zum anderen geht. Wer nicht vom Tabak lebt, der lebt vom Malawisee mit seinen Fischen, wie Feby Nchekadona, die Fischhändlerin. Sie ist den ganzen Tag über und manchmal auch noch nachts auf den Beinen, um mit ihrem kleinen Fischhandel zwölf Kinder und zwei Enkelkinder über die Runden zu bringen. Und wer weder mit Tabak noch mit Fisch Glück hat, der holt sich schon mal Rat bei einem der vielen Zauberer, die immer noch großen Einfluss in Malawi haben, ebenso wie der Geheimbund Gule Wamkule, der mit seien Maskentänzern in den Dörfern das Leben bestimmt. Film von Hans-Josef Dreckmann, ARD-Studio Nairobi (2001) Neue 4-teilige Reihe Schauplatz Europa 18.45 Uhr Reise in das Sudetenland Teil 1 Der erste Teil der Reihe zeigt auf einer fast 400 Kilometer langen Reise durch wunderschöne Gebirgslandschaften und historisch bedeutende Städte die Schönheit des Sudetenlandes. Bizarre Felsen, malerische Bergseen, weite dunkle Wälder: das Elbesandsteingebirge. Hier beginnt die Entdeckungsreise, die über das Sudeten- und Riesengebirge führt und schließlich in der alten Kaiserstadt Olmütz, nahe des Altvatergebirges, endet. Film von Dagmar Wittmers (2000) Zweiter Teil am Sonntag, 8. Juli, 18.45 Uhr Mitten in Europa 19.15 Uhr Irland - Der Südwesten Die Dingle-Halbinsel und der "Ring of Kerry" gehören zu den beliebtesten Reisezielen in Irland. Hier hat sich bis heute die gälische Tradition erhalten, haben Steinhütten der Vorfahren überdauert, ist die irische Sprache lebendig. Draußen im Atlantik liegen die sagenumwobenen Skellig-Inseln. Im sechsten Jahrhundert waren Mönche in See gestochen, um nahe dem Gipfel von Skellig Michael eine Klostersiedlung zu gründen. Heutzutage gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. Nirgends sonst in Irland sind die steinernen Monumente der Vergangenheit so zahlreich erhalten, Zeugnisse der geistigen Haltung des ersten irischen Christentums. Vom Alltag in dieser geschichtsträchtigen Gegend berichten Bootsbauer und Fischer, Maler und Geschichtenerzähler. Film Barbara Dickenberger (2001) Geheimnisse der Welt 20.15 Uhr Das Gold des Zaren 3-teilige Reihe. 2. Teil: Schätze und Intrigen Ende des 17. Jahrhunderts nimmt ein neuer starker Mann die Zügel in die Hand: Peter der Große. Er verleiht dem Land imperiale Züge und legt einen weiteren Grundstein für das Zarenvermögen. Auch wenn es während seiner Regierungszeit kaum friedliche Jahre gab und zahlreiche Kriege Unmengen kosteten, bekam sein Zarengold einen ganz eigenwilligen Glanz: durch den Bau einer neuen Hauptstadt, der weiteren Eroberung Sibiriens und durch die ersten Sammlungen kurioser, aber auch besonders kostbarer Schätze. Film von Gudrun Ziegler, Miroslawa Bork und Malzargota Bucka (2000) 3. Teil "Rausch und Elend" am Sonntag, 8. Juli, 20.15 Uhr Neue 3-teilige Reihe PHOENIX Highlights 21.00 Uhr Das rote Quadrat 1. Teil: Flug ET 961 - entführt Der Absturz, die Passagiere und ein Rätsel Nachrichten im Stundentakt. Da bleibt für Namen und Schicksale hinter der Schlagzeile keine Zeit. Auch die Folgen einer Katastrophe oder der Weg dahin verschwinden im Nachrichtenstrudel. Die Reihe "Das rote Quadrat" ist der Bremskeil in dieser Bilderflut. Filmbilder werden angehalten, der flüchtige Moment eines Ereignisses wird eingefroren. Die Reihe erzählt Geschichten auf hohem filmischem Niveau, sensibel und spannend zugleich - die Geschichte des Fluges ET 961 zum Beispiel. Galawa Beach auf den Komoren im Indischen Ozean. 23. November 1996. Ein südafrikanisches Honeymoon-Paar dreht mit einer Amateurkamera Strandbilder. Plötzlich taucht im Sucher knapp über der Wasseroberfläche eine tief fliegende Passagiermaschine auf. Sekunden später schlägt die Boeing 767 auf dem Wasser auf, überschlägt sich und wird in mehrere Teile zerschmettert. Ein paar Taucher sind die ersten am Ort der Katastrophe und ziehen Verletzte und Tote aus den Trümmern. Blutiges Ende einer Entführung durch drei Hijacker, die das Flugzeug nach Australien umleiten wollten. 130 Menschen sterben, 50 überleben. Der Kapitän der Unglücksmaschine rätselt noch heute über den Sinn der Entführung. Warum wählten die Hijacker ausgerechnet diesen Flug von Addis Abeba nach Nairobi? Es gab keine politische Erklärung, keine Forderung, über die man hätte verhandeln können. Nur den Befehl, nach Australien zu fliegen. War den Entführern wirklich nicht klar, dass die Kerosinvorräte für einen solchen Flug niemals ausreichen würden? Warum erlaubten sie keine Zwischenlandung? Warum blickten die Männer am Ende, als die Maschine ohne Treibstoff ins Meer stürzte, dem Tod geradezu stoisch ins Auge? Ein Selbstmordkommando? Oder doch eine Aktion mit politischem Hintergrund? Film von Thomas und Rena Giefer (2000) 2. Folge "100 Stunden Todesangst" am Sonntag, 8. Juli, 21.00 Uhr fotos über www.ard-foto.de Schauplatz Deutschland 21.45 Uhr Die Green Card AG Deutsche Wirtschaft braucht Ausländer 75000 Fachkräfte fehlen nach Schätzungen des Branchenverbandes in der Hard- und Softwarebranche. Viele dieser offenen Stellen sollen mit Hilfe der Green-Card-Regelung besetzt werden. Schon rufen auch andere Wirtschaftszweige nach der Green Card. Es fehlen Ingenieure, Facharbeiter, Forscher. Aus eigener Kraft und mit eigenen Kräften schafft es die deutsche Wirtschaft schon lange nicht mehr. Ob Forschung, Feinkost oder Führungskräfte - in allen Bereichen ist die Wirtschaft auf Zuwanderer angewiesen. Deutschland auf dem Weg zur Green-Card-AG? In der Dokumentation werden ein Green-Card-Beschäftigter, der seine Arbeit in einem deutschen IT-Unternehmen aufnimmt, ein "Gastarbeiterkind" im Dienstleistungsbereich und ein ausländischer Unternehmer, ein großer Feinkosthändler mit 180 Mitarbeitern, vorgestellt. Film von Markus Resch (2001) Schauplatz Deutschland 00.00 Uhr Deutschland, fremde Heimat Das Frankfurter Bahnhofsviertel: "Schmelztiegel" oder Problemzone? Von den 3.000 Einwohnern dieser deutschlandweit bekannten Gegend sind rund 70 Prozent Ausländer - vor allem Jugoslawen und Türken. Die meisten Deutschen sind schon lange weggezogen aus den ehemals prächtigen, aber längst herunter gekommenen Altbauten. Geflüchtet aus dem Umfeld von Prostitution und Drogen. Das Polizeirevier versucht mit großem Personalaufwand und wechselndem Erfolg, für Sicherheit zu sorgen. Heute tragen viele Geschäfte und Lokale türkische oder marokkanische Schilder. Es gibt eine Moschee, und es gibt eine Schule, in der fast nur noch ausländische Kinder unterrichtet werden. Viele von ihnen müssen erst mühsam die deutsche Sprache lernen, um dem Unterricht überhaupt folgen zu können. Oftmals werden hier auch ihre Mütter mitunterrichtet. Eine extreme Situation mit wenigen Parallelen in Deutschland. Aber gerade in einem solchen Viertel muss sich beweisen, wie Integration vor sich gehen sol und ob sie Erfolg haben kann. Die Autoren zeigen das Leben im Bahnhofsviertel: Die letzten deutschen Bewohner, die seit Jahrzehnten den Wandel ihres Viertels erleben, die Lehrer der Karmeliterschule, die um die Zukunft ihrer Schüler kämpfen, türkisch stämmige Deutsche der "zweiten Generation", die erfolgreich im benachbarten Bankenviertel arbeiten, "alteingesessene" Ausländer des Viertels, die als Geschäftsleute rund um den Bahnhof leben. Gibt es hier Modelle, die funktionieren? Eines wissen alle: Ohne Ausländer geht es nicht. Film von Renate Wolter und Bernd Reufels (2001) ots Originaltext: PHOENIX Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Rückfragen: Tel: 0228/9584-193, e-mail:presse@phoenix.de Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

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