PHOENIX

PROGRAMMHINWEIS
Samstag, 24. März 2001

Bonn (ots)) - 1.15 Uhr Berlin / USA Mit gewissem Stolz beschreibt der Berliner Bürger Jim Suder sein Städtchen - sauber und ordentlich gutes deutsches Erbe. Und Berlins Einwohner seien bekannt für ihre Sturheit. Noch so ein Erbe. Der propere Ort liegt im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania und ist das älteste Berlin in den USA. 1772 wurde es von deutschen Siedlern gegründet und nach der bewunderten preußischen Hauptstadt Berlin genannt. Berlin/Pennsylvania ist der Ausgangspunkt einer Reise zu ein paar anderen der insgesamt 27 amerikanischen Dörfer und Kleinstädte mit Namen Berlin, und sie sind so unterschiedlich wie ihre Bewohner. So verkörpert East-Berlin in Pennsylvania ein Idyll, das nach Meinung seiner Einwohner fast paradiesisch zu nennen ist. Berlin/Ohio gilt als das Herz der Amischen, einer christlichen Glaubensgemeinschaft, die ohne Elektrizität und Autos lebt, und New Berlin/Texas weist noch kräftige deutsche Wurzeln auf, auch wenn kaum mehr deutsch gesprochen wird. Die Reise durch die amerikanische Provinz führt zugleich in die Erinnerung an deutsche Geschichte. Zahllose Auswanderer hatten aus religiösen, finanziellen oder politischen Gründen ihre Heimat verlassen, um in Amerika ihr Glück zu finden. Die Deutschen gehören zu den größten Auswanderergruppen und ihre Spuren sind bis heute zu finden. Verbindungen zum deutschen Berlin? Aber sicher, sogar nachhaltige. Freddie Friederick, Berliner Bürgermeister aus dem 300 Seelen-Dorf in Texas, hat die deutsche Hauptstadt bereist und gruselt sich noch heute vor dem Alptraum Großstadt. Der Fotograf Harry Hampel aus Berlin/Deutschland hat 26 amerikanische Berlins fotografiert, nur eine fehlt ihm noch. Es liegt im Westen der USA und birgt eine besondere Überraschung. Film von Jutta Szostak, (1999) Auslandsreportage 18.45 Uhr Todesinsel im Weißen Meer Erinnerungen an den Gulag Südlich von Murmansk, mitten im Weißen Meer, liegen die Solovki-Inseln. Umgeben von einem Kreml steht das imposante "Kloster der Verklärung" - als Weg zum Himmel und als Grenzposten im äußersten Norden Russlands. Hier entstand unter Lenin der erste Gulag. Die Zellen der Mönche im orthodoxen Kloster wurden Zellen für Zehntausende von Sträflingen. Viele von ihnen kamen bei Zwangsarbeit auf dem Festland ums Leben. Der Weg zum Himmel wurde zum Weg in die Hölle. Bis vor wenigen Jahren konnte man Solovki nicht betreten. Zusammen mit deutschen und russischen Jugendlichen und Überlebenden sind Detlef Urban und sein Filmteam auf Spurensuche gegangen: Wie ist die Begegnung mit dem Tod in einer so wunderschönen Naturlandschaft? Wie gehen die Russen mit den Opfern um? Die Mönche, inzwischen wieder im Kloster, sagen: "Wir beten für sie". Film von Detlef Urban (2000) Highlights zur Geschichte und Zeitgeschichte 20.15 Uhr Die Vertriebenen 2. Teil: Vertreibung "Vormittags kamen sie um 10 Uhr, umstellten das Dorf und da kam einer rein und sagte, wir sollen in einer halben Stunde fertig sein und wir sollen nichts abschließen, alles offen lassen..." Erika Tomalla aus einem Dorf in Schlesien war im Mai 1945 elf Jahre, als sie mit der Familie ihr Zuhause für immer verlassen musste. Sie teilte dieses Schicksal mit insgesamt 12 Millionen Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verloren. Mit der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 wurde die Massenvertreibung der Deutschen auf höchster Ebene festgeschrieben. Die Alliierten setzten Kommissionen ein, welche die Aussiedlungsaktionen überwachten und darauf achten sollten, dass die vereinbarten Mindeststandards eingehalten wurden. Für den größten Teil der Deutschen in der Tschechoslowakei und Polen wurde der geordnete Transfer im Verlaufe des Jahres 1946 zum Regelfall, im Spätherbst desselben Jahres war die Vertreibung aus der Tschechoslowakei faktisch abgeschlossen. Diese Folge fragt nach den Umständen, Motiven und Hintergründen der Vertreibung, der Internierung und Ausweisung der Millionen Deutschen. Einige Orte, an denen sich die Vorgänge besonders deutlich machen lassen, werden ausführlicher behandelt: Lamsdorf, Breslau, Aussig, Brünn. Im Mittelpunkt stehen dabei die deutschen Zeitzeugen mit ihren Erlebnissen, Schicksalen, Biografien - aber nicht nur sie. Wichtig ist, dass polnische und tschechische Zeitzeugen die Ereignisse auch aus ihrer Perspektive spiegeln. Film von Christian Frey (2001) Letzter Teil "Neubeginn" morgen, 21.15 Uhr, anschließend Diskussion fotos über www.ard-foto.de Landesgeschichte(n) 2-teilige Reihe 21.45 Uhr Auf den Spuren Gutenbergs Teil 1: Gutenberg und Strassburg Im Jahr 2000 feierte die Stadt Mainz den 600. Geburtstag von Johannes Gutenberg, dem weltweit bekannten Erfinder des Buchdrucks. Gutenberg, der in Mainz geboren und aufgewachsen ist, hat dort seine erste berühmte Bibel gedruckt. Viel weniger bekannt ist jedoch, dass Gutenberg auch eine ganze Weile in Strassburg verbracht hat. Während seiner Jahre in Strassburg hat er entscheidende Impulse für seine Erfindung erhalten, denn Strassburg war im Mittelalter als mächtiges Handelszentrum eine weltoffene Stadt mit Beziehungen nach ganz Europa. Film von Elisabeth Milin (2000) Teil 2: "Gutenberg und Mainz" am Samstag, 31. März, 21.45 Uhr 23.15 Uhr Bomben und Moral Der NATO-Krieg in Serbien und im Kosovo Der Krieg im Kosovo: War er tatsächlich, wie behauptet, ein moralischer Kreuzzug gegen ethnische Säuberungen oder nicht doch ein Racheakt an Slobodan Milosevic und gleichzeitig ein Schuldeingeständnis des Westens, nicht rechtzeitig in Bosnien interveniert zu haben? Diese BBC-Produktion wirft einen neuen kritischen Blick auf den Kosovo-Krieg. Durch fundierte investigative Recherchen, gut ausgesuchtes Archivmaterial und Interviews mit verantwortlichen Politikern, Militärangehörigen, Mitgliedern der Kosovo-Albanischen Befreiungsarmee (UCK) und Opfern des Krieges werden die Vorgänge und Überlegungen nachgezeichnet, die zum Eingreifen der NATO im Kosovo-Krieg führten. Das kollektive Schuldgefühl des Westens sei entscheidend für das militärische Eingreifen der NATO gewesen. Die UCK habe bewusst die internationale Weltöffentlichkeit manipuliert, indem sie serbische Grausamkeiten provoziert habe. Die NATO sei in den Krieg gegangen, ohne dessen Risiken und Gefahren korrekt eingeschätzt zu haben. Als Milosevic nicht wie geplant kapitulierte, sei es darum gegangen, die Glaubwürdigkeit der NATO und damit letztendlich die NATO selbst zu retten. Dokumentarfilm von Alan Little (2000) ots Originaltext: PHOENIX Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen: PHOENIX-Kommunikation Tel: 0228/9584-193 Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: PHOENIX

Das könnte Sie auch interessieren: